Luxushotel am BER: Einblicke nach acht Jahren Dornröschenschlaf

Ein Luxushotel in unmittelbarer Nachbarschaft des Flughafens BER wurde zu einem der ersten Opfer des Pannenflughafens. Das Fünf-Sterne-Haus wurde 2012 nach wenigen Wochen in den Tiefschlaf versetzt. Acht Jahre später bereitet man sich nun auf die Eröffnung im Oktober vor.

Karstadt und die “Todeszone”, Potsdams Stau-Problem – und Wochenend-Tipps

Guten Morgen,

erst der Mega-Stau, jetzt noch eine Bombe: Da müsse man eigentlich Geld dafür bekommen, dass man in Potsdam wohnt, kommentierte am Freitag PNN-Leser Matthias Weise. Ich fürchte zwar der Tag, an dem die Stadt Kompensationszahlungen für Verkehrschaos und Bombensprengungen ausreicht, wird nie kommen – doch ganz schön gebeutelt ist Potsdam derzeit schon. Schließlich liegt der jüngste Bombenfund erst zwei Wochen zurück. Sie erinnern sich? Da gab es diesen Potsdamer Wumms und die spektakuläre Fontäne. Jetzt liegt der Blindgänger in der Teltower Vorstadt, vermutlich im Aradosee, und soll am Mittwoch unschädlich gemacht werden. Die Stadtverwaltung verrät bislang nichts Genaues, Pilgertouren zur Bombe sollen verhindert werden. Verlässliche Angaben zu Sperrkreis und Fundort folgen am Montag. Wir halten Sie hier auf dem Laufenden. Doch ehe Sie sich über Stau und Blindgänger ärgern, möchte ich Ihnen eine exklusive Recherche von PNN-Autor Christoph Kluge empfehlen. Wenn Sie seinen Text über die kriminellen Manager, die Potsdams Karstadt vom ersten Tag an geschröpft hatten, gelesen haben – ja, dann ärgern Sie sich wirklich.

Was könnte ich am Wochenende unternehmen?

Russenkino
Unter extremem Zeitdruck und mit großem technischen als auch personellen Aufwand, unter anderem mit 2000 Schauspielern und Statisten, wurde Alexander Sokurows Film „Russian Ark – Eine einzigartige Zeitreise durch die Eremitage“ an nur zwei Tagen in der St. Petersburger Eremitage, dem früheren Winterpalast des Zaren, gedreht. In dem Film aus dem Jahr 2002 wandert der Erzähler durch den Palast und trifft auf zahlreiche wirkliche und erfundene Gestalten aus den vergangenen drei Jahrhunderten der russischen Geschichte. Jetzt wird er in der besten Potsdamer russischen Kulisse gezeigt: beim „Russenkino“ in der Kolonie Alexandrowka.
Am Samstag ab 21 Uhr im Garten des Museum Alexandrowka, der Eintritt kostet 5 Euro. 

Nevio Passaro.Foto: promo

Italo-Pop
Nevio Passaros Hit „Amore Per Sempre“ ging 2007 richtig ins Ohr, sofern man was für italienischen Schmacht-Pop übrig hat. Jetzt ist der Sänger, geboren in Franken aber mit viel italienischem Amore im Gemüt, beim Kultursommer auf der Bismarckhöhe zu Gast. In der Übersetzung des italienischen Songs heißt es zwar, „Ich bin nur ein Sänger, für manche mag ich arrogant sein, aber ich werde mich nicht verkaufen, nein, niemals!!!“, aber Eintritt müssen Sie für diesen Sommerabend mit italienischem Flair trotzdem zahlen, gehört sich ja auch so. Und für Passaro ist es der erste Nach-Lockdown-Auftritt.
Am Samstag um 19 Uhr auf der Bismarckhöhe Werder, Hoher Weg 150, 14542 Werder (Havel). Picknickdecke bitte mitbringen, Karten gibt es hier ab 26,90 Euro.

Erinnern an Wolfgang Biege
Am Sonntag ist in Werder der Radio-Journalist Wolfgang Martin (Ex-Musikchef Antenne Brandenburg) zu Gast und stellt sein aktuelles Buch „Sagte mal ein Dichter“ über Holger Biege vor. Der in der DDR populäre Musiker und Komponist ging, um der Bevormundung durch die DDR zu entkommen, 1983 in den Westen. Dennoch blieb er innerlich zerrissen – immer wieder erfolgreich, vor allem als Zulieferer für andere Bands und Musiker, aber nie ganz bei sich angekommen. 2018 verstarb Biege. Mit dabei auf der Bismarckhöhe: Der Sänger, Keyboarder und Komponist Manuel Schmid von Stern Combo Meißen. Bieges Lied „Sagte mal ein Dichter“ hier noch mal zum Nachhören.
Am Sonntag ab 17 Uhr auf der Bismarckhöhe, Karten ab 26,90 Euro gibt es hier. 

Was wächst denn da?
Claas Fischer kennt sie alle, jedenfalls die Bäume und Gehölze, die in unserer Region heimisch sind. Wenn auch Sie zum Baumexperten werden wollen, können Sie mit dem ausgebildeten Naturführer, Natur- und Landschaftspfleger und Buchautor am Sonntag die Bäume im Schlosspark Marquardt zu identifizieren lernen. Treffpunkt für die Führung ist am Haupteingang des Parks, südlich der Kirche.
Am Sonntag um 10 Uhr in Marquardt, 7,50 Euro kostet die Teilnahme.

Schönes zum Mitnehmen
Von Marquardt bis nach Kartzow ist es dann nur noch ein Katzensprung. Hier findet rund um das Schloss die Messe Lebensart für Garten, Wohnen und Lifestyle statt. An den Verkaufsständen wird Schönes und Nützliches für das passende Ambiente in Haus, Hof und Garten angeboten, vom Blumentopf bis zur Hollywoodschaukel. Pflanzen und gute Beratung gibt’s natürlich auch, ebenso Speisen und Getränke für einen entspannten Rundgang durch den Schlosspark.
Schloss Kartzow, Im Winkel 4, 14476 Kartzow. Samstag von 9 bis 19 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Karten ab 10 Euro hier zu buchen oder vor Ort zu kaufen.

Empfehlungen für Ihr Wochenende heute von Steffi Pyanoe.

Kloster Neuzelle.Foto: Ulf Lippitz

Welche Termine sind heute wichtig?

In Brandenburg ist tatsächlich der Sommer eingekehrt, auch wenn die Temperaturen sich gerade nicht ganz danach anfühlen. Doch die Politik macht ein wenig Pause, Brandenburgs Regierungschef und der Potsdamer Oberbürgermeister sind im Urlaub (getrennt!). Wichtige Termine zu verpassen, fällt da schon schwer. Eigentlich auch mal ganz schön. Hier ist doch noch einer:

Opernkunst: Im Kreuzhof des Klosters Neuzelle beginnt heute das Opernfestival „Oper Oder Spree“ mit der Premiere der Opernrevue „Die Schule der Liebenden Oder So machen’s alle“, einer Produktion des Kleist Forums in Kooperation mit der Oper Oder Spree. Das Festival allerdings musste wegen der Corona-Pandemie arg reduziert werden, viele Veranstaltungen wurden abgesagt. Umso wichtiger, jene zu besuchen, die stattfinden. Alle Infos finden Sie hier.

“Der Ritter von der flammenden Mörserkeule”, Theater Poetenpack.Foto: Ewe Rafeldt/dpa

Was soll ich heute lesen?

Renaissance samt Konsumkritik 
Vor knapp einem Monat gab es die ersten Konzerte in Potsdam nach der Corona-Stille – und nun endlich die erste Theaterpremiere nach dem Lockdown: Das Poetenpack spielte im Heckentheater am Neuen Palais, unter freiem Himmel, „Der Ritter von der flammenden Mörserkeule“. Eine Komödie, zum Glück, geschrieben 1613 von dem elisabethanischen Autorenduo Francis Beaumont und John Fletcher. Wie fühlt sich Theater mit Corona-Sicherheitsabstand und vor halbleeren Reihen an? PNN-Kulturredakteurin Lena Schneider war dabei – hier ist ihre herrliche, sehnsuchtsvolle Rezension.

Heiko Schrag am Nauener Tor in Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Worüber spricht Potsdam heute?

Abstandslose Verweigerer
Dicht an dicht standen die Menschen Freitagvormittag vor dem Bau des Potsdamer Verwaltungsgerichts am Nauener Tor. Kein Abstand, keine Mund-Nasen-Masken. Laut Polizei waren es rund 200 Personen, die sich dort versammelt hatten. Sie wollten Heiko Schrang unterstützen – einen Verschwörungstheoretiker, der sich der Zahlung des Rundfunkbeitrags verweigert und gegen den deshalb ein Verfahren läuft. Außerdem gehört Schrang zu den Corona-Leugnern. Er verbreitet, Covid-19 sei „ein trojanisches Pferd”, Teil eines großen Plans, Menschen zu unterdrücken. PNN-Autor Carsten Holm war bei der Zusammenkunft vor Ort. Hier lesen Sie seinen Bericht.

Was muss ich für heute wissen?

Das Corona-Update
In Brandenburg haben sich weniger Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang angegeben. Grund ist ein Erfassungsfehler im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort wurden jetzt 33 falsch klassifizierte Fälle aus den Monaten April und Mai rückwirkend neu bewertet und korrigiert. Somit zählt Brandenburg insgesamt 3475 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben; acht von ihnen werden derzeit im Krankenhaus behandelt. Die meisten Infizierten sind wieder genesen. 173 Menschen starben landesweit mit oder an Corona. In Potsdam gab es am Freitag eine Neuinfektion, in Potsdam-Mittelmark keine. Brandenburgs Landespolitik hat sich am Freitag erneut dafür ausgesprochen, dass die Kommunen und ihre Gesundheitsämter im Falle von Corona-Ausbrüchen zuständig bleiben sollen. Lockdowns ganzer Landkreise wegen eines lokalen Ausbruchs solle es nicht geben. Potsdam legt in der Coronakrise einen weiteren Notfallsfond für Kultur und Sport auf. Die Soforthilfe wird bis Ende August ausgezahlt, es gibt maximal 10.000 Euro. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Bis Ende August können Anträge eingereicht werden. Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog.

Bauarbeiten auf der Breiten Straße.Foto: Andreas Klaer

Neue Stauprognosen
Der Mega-Stau vom Donnerstag wiederholte sich am Freitag nicht – und heute am frühen Abend soll die Baustelle in der Breiten Straße, die Ursache allen Übels war, auch schon wieder weg sein. Allerdings heißt das nicht, dass von nun an wieder gutes Durchkommen ist. Einen Überblick über die Lage von PNN-Autor Christoph Kluge finden Sie hier. An dieser Stelle vielen Dank für Ihre konstruktiven Stau-Meldungen zum gestrigen Newsletter. Eine Mehrheit von Ihnen ist eindeutig der Meinung, Potsdams Rathaus müsse seine Verkehrsplanung besser aufstellen. Und selbst wenn mir persönlich die Aufregung um diesen einen Megastau zu groß war – natürlich bleiben wir für Sie an dem Thema dran

Späte Vollbremsung
Diese Nummer war den Damen und Herren der Flughafengesellschaft (FBB) und ihres Aufsichtsrats dann wohl doch zu heiß: Der 230.000-Euro-Mann, der neuer Technikchef der FBB werden sollte, wird überraschend nicht an Board geholt.  „Aufgrund des Sparprogramms im Bereich von Investitionen und Personal stehen alle Neueinstellungen auf dem Prüfstand“, hieß es nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag. „Deshalb wird auch die vakante Leitung von Bau und Technik nicht neu besetzt.“ Einen kleinen Eklat produzierte die FBB bei der virtuellen Pressekonferenz nach der Sitzung. Medienvertreter konnten ihre Fragen nur per Chatfunktion stellen – aber statt sie zu beantworten, wurden zwölf Fragen kurzerhand gelöscht. Darunter einige zur geplatzten Personalie. Tja, aus Sicht mancher sind diese Corona-Regeln offenbar ganz komfortabel … Alle Details auch zu diesem Fall lesen Sie hier.

Schneller nach Potsdam
Es geht voran bei der Bahn – zumindest auf der Strecke zwischen Beelitz und Potsdam. Ab Ende 2022 sollen die Regionalbahnen der Linie 33 dort über eine neue Brücke fahren können, die das Gleis der Bahnlinie Berlin-Dessau überquert. Damit sind die Fahrgäste dann zehn Minuten schneller am Ziel. Auch die Route wird sich ändern – denn derzeit fährt die RB 33 von Jüterbog über Beelitz Stadt und Michendorf nach Berlin Wannsee. Die Freude über die schnelle Strecke, meint PNN-Redakteur Enrico Bellin, könnte jedoch nur kurz währen. Warum, das lesen Sie hier.

Wetter & Verkehr

Wetter
Und immer wieder geht die Sonne auf … allerdings wechselt sie sich heute mit Wolken ab. Vereinzelt sind bei maximal 20 Grad Schauer zu erwarten. Der Wind weht schwach bis mäßig.

Verkehr
Hier nun zur Sicherheit noch einmal die viel erwähnte Breite Straße: Noch bis heute am frühen Abend soll auf dem Abschnitt zwischen Zeppelinstraße und Schopenhauerstraße Richtung Lange Brücke gearbeitet werden – dann ist diese Potsdamer Hauptverkehrsader wieder frei. Neues Ungemach ist bis Montag früh nicht zu erwarten. Auch der Potsdamer Verkehrsbetrieb meldet keine zusätzlichen Störungen. Es bleibt jedoch weiterhin beim Schienenersatzverkehr zwischen Hauptbahnhof und Platz der Einheit jeweils ab 21 Uhr, weil die Tramtrasse saniert werden muss.

Fotograf Ulrich Gessner.Foto: privat

Person des Tages

Ulrich Gessner

Die Lebensgeschichte dieses Potsdamers ist bewegend und berührend. Und sie macht wahnsinnig viel Mut. Ulrich Gessner ist Fotograf, seine Motive sind der Tanz und die Frau. Er liebt die Anmut der tanzenden Körper, ihre Kraft und Energie. Sie strömen aus seinen Bildern. Doch eines Morgens, nun gut vier Jahre her, ist nichts mehr wie zuvor. Gessner, erst Mitte 40, erleidet drei Schlaganfälle. Er überlebt. Er kämpft sich zurück ins Leben, noch immer. Und in seinen Beruf. Nun ist er seit gestern offiziell Mitglied des “International Dance Counsil“, einer unter dem Dach der Unesco gegründeten Welttanzorganisation. “Welch Ehre” schreibt Gessner – und welch Freude, dass seine Fotografien anerkannt werden als Beitrag zur Förderung des Tanzes. Er hat nicht aufgegeben. Jetzt hat er es wieder einen Schritt weiter geschafft.

Wenn Ihnen der PNN-Newsletter gefällt, empfehlen Sie uns gern weiter. Hier geht’s zur kostenfreien Anmeldung. Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen – machen Sie was draus!

Ihre Sabine Schicketanz
PNN-Chefredakteurin

Schwerverletzte nach Autobrand durch Unfall

Potsdam – Eine 22-jährige Autofahrerin wurde bei einem Verkehrsunfalls in der Nacht zu Donnerstag schwer verletzt. Nach Erkenntnissen der Polizei war die junge Frau in ihrem VW Gold auf der Bundesstraße 2 Richtung Groß Glienicke unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache kam die Fahrerin mit ihrem Auto in Höhe Neu Fahrland von der Straße ab und kollidierte mit einer Eiche. 

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.]

Durch den Aufprall fing das Auto Feuer. Ein Zeuge in einem nachfolgenden Auto beobachtete den Unfall und half der 22-Jährigen, ihr Fahrzeug über die Beifahrerseite zu verlassen. Anschließend leistete der Zeuge Erste Hilfe, bis Rettungskräfte eintrafen und die Autofahrerin in ein Krankenhaus brachten. Das Fahrzeug der jungen Frau wurde vollständig zerstört. Die Polizei nahm den Verkehrsunfall auf und informierte die Angehörigen der jungen Frau. 

https://www.pnn.de/potsdam/polizeibericht-schwerverletzte-nach-autobrand-durch-unfall/25994532.html

Unfall in Potsdam: Mann rettet Fahrerin (22) aus brennendem Auto

In der Nacht zu Freitag wurde eine 22-Jährige bei einem Verkehrsunfall in Neu

Fahrland schwer verletzt. Die junge Frau war mit einem Golf auf der B 2 in Richtung
Groß Glienicke unterwegs und kam aus noch nicht abschließend geklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab.

Das

Auto kollidierte dort mit einer Eiche. In Folge des Aufpralls geriet der Golf in Brand und wurde vollständig zerstört.

Ein Zeuge, der kurz nach dem

Unfall an der Stelle vorbeigefahren war, bemerkte das brennende
Fahrzeug und half der 22-Jährigen, die das
Fahrzeug über die Beifahrerseite verlassen wollte.

Der Zeuge leistete der schwer verletzten Fahrerin Erste Hilfe, bis die Rettungskräfte eintrafen, die die Frau in ein Krankenhaus brachten. Der Wagen brannte vollständig aus. Die

Feuerwehr löschte das
Fahrzeug. Die Polizeibeamten nahmen den Verkehrsunfall auf und veranlassten die Verständigung der Angehörigen.

Von MAZonline/axe

Fußgänger nach Unfall verletzt (Beelitz, Platanenring)

Eine 33 Jahre alte Golffahrerin bemerkte am Freitagmorgen, bei befahren des Platanenringes zu spät, dass ein Fußgänger (66) die Straße querte und stieß mit diesem zusammen. Der Fußgänger stürzte dadurch und wurde leicht verletzt. Rettungskräfte brachten den Mann in ein Potsdamer Krankenhaus. Die Polizei hat der Verkehrsunfall aufgenommen und Ermittlungen eingeleitet. Der Sachschaden am Golf, dessen Frontscheibe zerstört wurde, wurde auf 1.000 Euro geschätzt.

Polizei bittet Bevölkerung um Unterstützung mit Überwachungsvideo (Alt Nowawes, Friedrich-List-Straße)

Räuber Tankstelle Potsdam - 22.03.2020, 21:08 UhrRäuber entnimmt Geldkassette Die Kriminalpolizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Sie sucht nun mit den Bildern der Überwachungskamera nach dem Täter, der am Abend des 22. März 2020 eine Tankstelle in der Potsdamer Friedrich-List-Straße überfallen hat. Auf dem Überwachungsvideo, welches für 30 Tage unter dem nachfolgenden Download-Link abrufbar ist, ist die gesamte Tat zu sehen.

Download-Link: https://it4.ddns.net/nextcloud/s/GrZKzY366PzMpGs

Am späten Sonntagabend betrat ein bislang Unbekannter eine Tankstelle in der Friedrich-List-Straße. Der Mann brüllte herum und fuchtelte hierbei mit einem Messer umher, woraufhin die Mitarbeiterin der Tankstelle aus dem Gebäude flüchtete und um Hilfe rief. Der Täter entnahm sich dann eine Geldkassette und entfernte sich mit dieser zu Fuß über die Friedrich-List-Straße in Richtung Haltestelle.

Zu dieser Zeit befand sich ein Zeuge an der Straßenbahnhaltestelle „Alt Nowawes“. Dieser bemerkte den Täter, als dieser in seine Richtung lief und stellte sich ihm in den Weg. Beide stießen zusammen und stürzten. Der Täter allerdings konnte wieder aufstehen und sich in Richtung Schnellstraße entfernen. Bei dem Sturz verlor der Täter allerdings die Geldkassette, die der Zeuge anschließend zur Tankstelle zurückbrachte. Hierbei verletzte sich der Zeuge jedoch und musste zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen unter Hinzuziehung des Polizeihubschraubers und eines Diensthundes konnte der Täter nicht mehr festgestellt werden. Er wurde wie folgt beschrieben:

  • ca. 165-170 cm groß
  • evtl. Mitte 20
  • eher schlank
  • trug schwarze Joggingkleidung
  • war mit einem Tuch maskiert

Die Kriminalpolizei fragt: Wer kennt die auf den Bildern gefilmte Person? Wer kann Hinweise zu ihrer Identität oder ihrem Aufenthalt geben. Ihre Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Potsdam unter der Telefonnummer: 0331 5508-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Gerne können Sie auch das unten aufgeführte Hinweisformular nutzen.

Vergewaltigungsserie – die Angst läuft mit: So können sich Joggerinnen vor Übergriffen schützen

Sexuelle Übergriffe, wie sie sich seit Mitte Juni im
Grunewald und
Kleinmachnow gehäuft haben, führen Frauen einmal mehr die eigene Verletzlichkeit vor Augen. Doch wie gehen sie damit um? Treffen Läuferinnen
Vorsichtsmaßnahmen? Wie gehen sie damit um, dass sie vielleicht ein Stück Freiheit aufgeben sollen, um sich vor Kriminellen zu schützen? Und was raten
Polizei und
Frauenzentrum?
Bettina Driesener aus
Güterfelde sagt ganz klar: „Wer die Straße verlässt, geht bewusst ein Risiko ein.“ Selbst läuft sie trotzdem schon jahrelang kreuz und quer durch den Wald, nur die Dämmerung meidet sie. Vergewaltigt zu werden – das komme ihr gar nicht in den Kopf, sagt sie. Auch jetzt nicht. Mehr Angst habe sie vor Wildschweinen. Normalerweise sei sie aber ohnehin mit Hund unterwegs. Und im Zweifelsfall hat sie ein Rezept: „Wenn ich Angst habe, singe ich laut – und außerdem laufe ich schnell.“

80 Hinweise zu sexuellen Übergriffen in Kleinmachnow, Berlin und Bernau

Zu der mutmaßlichen Serie von Vergewaltigungen in

Berlin und
Brandenburg sind bei den Ermittlern rund 80 Hinweise von Bürgern eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag auf Anfrage.

Am Mittwoch hatten die Ermittlungsbehörden Aufnahmen in relativ guter Qualität von einem Bahnsteig in

Bernau (
Barnim) veröffentlicht, die den mutmaßlichen Serientäter zeigen sollen.

Der Gesuchte soll etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,85 Meter groß und schlank mit athletischem Oberkörper sein.

Die Behörden rechnen dem Mann sieben Taten zwischen dem 12. und 30. Juni zu. Davon wurden fünf im Bereich des

Grunewalds im Berliner Südwesten begangen und eine in
Kleinmachnow. Dazu kommt noch ein
Übergriff auf eine junge Frau in
Bernau (
Barnim).

Auch

Susanne H., die ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist eher entspannt. Die 26-Jährige läuft seit zwölf Jahren in der Region. „Immer abends, aber immer noch im Hellen und immer ähnliche Strecken in Wohnsiedlungen, wo mich einige Nachbarn auch schon kennen und grüßen“, erzählt sie. Gelegentlich werde sie auch von ihrem Partner beim Joggen begleitet.

Ein Vorfall wie der Ende Juni nahe des Panzerdenkmals, bei dem eine 27 Jahre alte Joggerin von einem noch Unbekannten überwältigt und mehrere Stunden lang missbraucht wurde, gebe ihr aber schon zu denken. „Auch gerade, da der Täter noch nicht gefasst ist.“ Sollte ihr etwas Außergewöhnliches beim Laufen auffallen, wie etwa „ein herumlungernder Mann oder jemand, der mich aus einem schleichenden

Auto anspricht“, würde sie versuchen, ihre Strecke möglichst überraschend zu ändern. „Ich habe auch viel Familie in der Gegend könnte ’überall’ so tun, als wäre ich bereits zu Hause angekommen.“

Silke Wehrle, Joggerin aus Kleinmachnow, ist wütend. Ihr wurde durch die Übergriffe auch Unbefangenheit genommen.

Silke Wehrle, Joggerin aus Kleinmachnow, ist wütend. Ihr wurde durch die Übergriffe auch Unbefangenheit genommen. Quelle: privat

Wütend ist

Silke Wehrle aus
Kleinmachnow. Früher ist sie oft neben dem Teltowkanal gejoggt, wo es vor zwei Jahren bereits
Übergriffe gegeben hat. Der Täter wurde gefasst und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. „Bis dahin war ich sehr unbedarft. Seitdem laufe ich nicht mehr abends.“ Jetzt ist ihr die Unbefangenheit abhanden gekommen.

Eigentlich wollte sie für die Vorbereitung auf einen

Halbmarathon ihre Strecke genau auf den Bereich ausdehnen, in dem nun die 27-Jährige vergewaltigt wurde. Doch nun hat sie beschlossen, derzeit lieber nicht in diesen Wald zu gehen. „Zu keiner Zeit.“ Und wenn der Täter gefasst wird? „Das wird mein Sicherheitsgefühl auch nicht erhöhen, denn der nächste steht ja schon in den Startlöchern.“ Sie spricht von einer „tiefen Wut“, weil ihr etwas genommen worden sei.

Kampfsport und Pfefferspray

Wehrle überlegt nun, ob sie und ihre Familie nicht doch die israelische Kampfsportart „Krav Maga“ erlernen sollen. Tatsächlich sei ihre erste Reaktion auf die Kleinmachnower
Vergewaltigung gewesen: „Ich mach jetzt endlich diesen Kurs – und kaufe mir ein Pfefferspray. Aber dafür braucht man ja einen kleinen Waffenschein.“ Nun läuft sie eben im Bannwald, in dem immer genug Menschen unterwegs seien. Viel mehr möchte sie dann aber auch nicht an
Vorsichtsmaßnahmen treffen. Natürlich könnte sie einen Ortungsdienst einschalten. „Aber dann wird es ja immer verrückter. Es sträubt sich in mir alles dagegen, das wegen einem solchen Idioten zu machen.“

Die Täter sind schuld, jede Frau soll joggen können

Dem schließt sich auch

Michaela Burkard, Sprecherin des Potsdamer
Frauenzentrums an: „Die Debatte, welche Maßnahmen Frauen ergreifen sollen, führt für uns am Thema vorbei – dass nämlich die Täter schuld sind und jede Frau joggen können soll.“ Daher gebe es vom
Frauenzentrum auch keine spezifischen Tipps. Es müsse einfach viel mehr Präventionsarbeit bei den potenziellen Tätern geleistet werden. Persönlich könne sie natürlich verstehen, wenn Frauen sich dafür entscheiden, einen Teil ihrer Freiheit zugunsten ihres Sicherheitsgefühls aufzugeben.

Potsdam ganz nah – der Newsletter für die Landeshauptstadt

Sie wollen immer bestens informiert sein, was sich in Ihrer Stadt verändert, aber nicht ständig die News checken? Dann haben wir genau das Richtige für Sie: Unseren kostenlosen Newsletter „
Potsdam ganz nah“
.

Zweimal wöchentlich nehmen wir Sie mit auf einen Streifzug durch die Landeshauptstadt und geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Nachrichten. Aber wir blicken auch hinter die Kulissen. Ehrlich, persönlich und zuverlässig recherchiert. Ganz nah dran eben.

Der kostenlose Newsletter erscheint immer dienstags und freitags und Sie können ihn hier abonnieren.

Möglichkeiten, wie man sich in schützen kann, nennt

Heiko Schmidt, Leiter der Pressestelle der Polizeidirektion West. So rät er etwa, auf Kopfhörer und dunkle Sonnenbrillen zu verzichten, damit Gefahrensignale überhaupt wahrgenommen werden können. Er empfiehlt, in der Dunkelheit nicht zu Laufen. „Weiterhin sollte man sich die Frage stellen, ob es immer der abgelegenste Waldweg sein muss und wenn ja, ob man nicht in einer Gruppe oder mit dem Hund dort Laufen gehen kann.“

Von Handy bis Taschenalarm

Bei unbekannten Personen oder möglichen gefährlichen Situationen gilt es, Abstand zu halten und sollte es doch mal gefährlich werden, können Trillerpfeife oder Taschenalarm helfen. Auch ein funktionierendes Handy sollte schon alleine für den Fall von Verletzungen oder anderen gesundheitlichen Problemen ständiger Begleiter sein. „Wer sich damit besser fühlt, kann während des Laufens oder bei Verdacht, er werde beobachtet, auch mit Freunden telefonieren und seinen aktuellen Standort durchgeben – aber bitte mit Lautsprecher.“

Auch die Ortungsfunktion mittels GPS-Signal sei hilfreich, wenn eine Vertrauensperson darauf Zugriff habe. Dieser sollte auch vor dem Start die geplante Laufstrecke – die am besten immer wieder einmal verändert wird – und der voraussichtliche Rückkehrzeitpunkt mitgeteilt werden.

Lesen Sie hier mehr:

Rund 80 Hinweise zu mutmaßlichem Serienvergewaltiger

Vergewaltiger von
Kleinmachnow soll schon siebenmal Frauen überfallen haben

Vergewaltiger von
Kleinmachnow ist vermutlich Serientäter

Joggerin in
Kleinmachnow vergewaltigt

Von

Konstanze Kobel-Höller

Berufspendler kritisieren Verkehrsplanung der Stadt

Potsdam – Der Potsdamer Verkehr ist für viele Pendler erneut zur großen Geduldsprobe geworden. Grund ist die Vollsperrung der Breiten Straße zwischen Zeppelinstraße und Schopenhauerstraße Richtung Lange Brücke. Noch heute wird dort die Fahrbahn neu asphaltiert, morgen soll die Straße wieder frei sein. Doch bis dahin müssen sich Autofahrer auf der Zeppelinstraße, Schopenhauerstraße und Hegelallee sowie im weiteren Umfeld auf längere Fahrtzeiten einstellen. Es besteht Staugefahr. 

Zu den Stoßzeiten ist die Verkehslage drastisch – das wurde am Donnerstag besonders im Berufsverkehr deutlich. Die Passierdauer auf der Zeppelinstraße stadteinwärts betrug gut eine Stunde, es staute sich auch auf der Hegelallee und der Schopenhauerstraße. Dort standen die Fahrzeuge dicht an dicht. Die Jägerallee stadteinwärts war ebenfalls dicht.

Stau auf der HegelalleeFoto: Hajo von Cölln

Zudem sollen mehrere Ampelanlagen ausgefallen sein, wie Pendler im sozialen Netzwerk Facebook berichten. Betroffen war am Donnerstag unter anderem die Ampelanlage auf der Zeppelinstraße kurz vor der Sellostraße.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem neuen Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht’s zur kostenlosen Bestellung.]

Allein für die Strecke vom Reiterweg bis zur Hegelallee rechnete der Google-Routenplaner am Donnerstagabend mit knapp einer Viertelstunde – für 850 Meter. Vom Luftschiffhafen bis zur vier Kilometer entfernten Hegelallee veranschlagte der Routenplaner knapp eine halbe Stunde.

Im Stau steckten am Donnerstag aber auch viele Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel fest: Auf mehreren Bus- und Tramlinien kam es zu Verspätungen von bis zu 90 Minuten. 

Fünf Minuten von der Hegelallee bis zum Jägertor

Aufgrund der Sperrung können Fahrzeuge stadteinwärts derzeit nicht in die Breite Straße einbiegen, sondern werden über den Luisenplatz herum auf die Hegelallee geleitet. Dort treffen sie auf Fahrzeuge, die von der Schopenhauerstraße auf die Hegelallee einbiegen. Die Folge sind lange Staus auf den Zufahrten und der Hegelallee und Kurfürstenstraße. 

Bauarbeiten auf der Breiten StraßeFoto: Sabine Schicketanz

Im sozialen Netzwerk Facebook gab es neben den Beschwerden über die aktuelle Verkehrsplanung der Stadt auch Diskussionen zwischen Auto- und Radfahrern. “Gerne würde ich dem Stau entgehen. Meine Arbeit beginnt, mit oder ohne Stau, um 7 Uhr in einem Betreuten Wohnen für Senioren”, schreibt ein Leser des Potsdam HEUTE-Newsletters, der für seine Arbeit auf das Auto angewiesen ist, weil er unter anderem auch in anderen Häusern des Trägers zum Einsatz kommt. Genauso wie verschiedene Pflegedienste, die mehrmals täglich in den Heimen ein- und ausgehen, schreibt der Potsdam HEUTE-Leser.

“Potsdam hat nun einmal mit seiner Insellage ein Problem und wer aus dem Westen der Stadt Richtung Osten fahren muss, kommt an der Breiten Straße nicht vorbei”, schreibt ein weiterer Newsletter-Leser. Seine Idee: Man hätte für diese drei Tage die Querung am Luisenplatz per Ampelanlage freigeben und somit einen Teil des Verkehrs auf die Dortustraße lenken können.

Er regt zudem an, den Bahnhof Pirschheide wieder zu beleben, um mit einem guten Park-and-Ride-Konzept eine hoffnungsvolle Alternative für zukünftige Pendler zu bieten. Damit würde sich zum Beispiel die Reisezeit mit dem R22 von Pirschheide nach Ludwigsfelde auf 14 Minuten verkürzen. Aktuell, so schreibt der Leser, dauert es durch den Umweg über Golm 42 Minuten – kein Wunder, dass der öffentliche Nahverkehr für manche nicht ausreichend attraktiv sei. 

Neues Licht für Potsdam-Eiche

Potsdam. Licht an! Mit Einbruch der Dämmerung schaltet sich Potsdams Straßenbeleuchtung per Lichtsensor automatisch an und sorgt so für mehr Sicherheit in der Stadt. Über 17.000 Leuchtpunkte gibt es dafür im gesamten Stadtgebiet. Im Wohngebiet Eiche hieß es jetzt: Licht aus für die gesamte öffentliche Straßenbeleuchtung von Natriumdampflampen. Dem Klimaschutz zuliebe haben die Stadtwerke die Straßenbeleuchtung auf die neue Generation LED-Retrofit-Lampen umgestellt. Im Rahmen eines turnusmäßig anstehenden Lampenwechsels wurden die Laternen mit den neuen Leuchten ausgestattet.

Insgesamt 335 Lampen wurden in Eiche umgerüstet. Das Ergebnis für den Klimaschutz: rund 96.000 Kilowattstunden Strom und 50 Tonnen Kohlendioxid werden jetzt pro Jahr eingespart. Zudem bieten die neuen Leuchtmittel eine verbesserte Umweltverträglichkeit durch eine reduzierte Wärmeabgabe und eine geringere Infrarot- sowie UV-Strahlung. Darüber freuen sich Insekten und die nachtaktive Tierwelt. Neben dem Klimaschutz bietet die Retrofit-Technologie noch eine Reihe von Vorteilen: Die vorhandenen Leuchten können einfach nachgerüstet werden. Die erwartete Lebensdauer der LED-Retrofit-Lampen liegt bei bis zu 50.000 Brennstunden und so dreimal höher als bei den bisher eingesetzten Natriumdampflampen.

Der Betrieb der LED-Leuchtmittel erfolgt mit warmweißen Licht, mit Farbtemperatur von 2.700 bis 3.000 Kelvin. Die neuen Lampen bieten einen verbesserten Farbwiedergabeindex, ein Qualitätsmerkmal von künstlichem Licht gegenüber natürlichem Licht, und damit eine bessere Erkennbarkeit von Konturen. Parallel wurden die Leuchten gründlich gereinigt und altersbedingt verschlissene Bauteile ersetzt. In den kommenden Jahren wollen die Stadtwerke rund 2.000 Leuchten pro Jahr auf LED-Technik im Potsdamer Stadtgebiet umrüstet und damit ihren Beitrag zum Masterplan “100 Prozent Klimaschutz” der Landeshauptstadt leisten.  red/sg

Allzeithoch für Baulandpreise in Beelitz

Beelitz. Bauland wird in Beelitz immer wertvoller: In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bodenrichtwerte für Grundstücke im Stadtgebiet verdrei- und stellenweise sogar vervierfacht. So liegt der Wert für die Beelitzer Kernstadt außerhalb des Sanierungsgebietes, das naturgemäß das teuerste “Pflaster”ist, im aktuellen Grundstücksmarktbericht des Landreises bei 180 Euro pro Quadratmeter. 2009 waren es noch 75 Euro.

In Fichtenwalde ist der Wert von damals 30 auf heute 120 Euro geklettert. “Die Zahlen zeigen vor allem eines: Die Anstrengungen, die wir in den vergangenen Jahren unternommen haben, um unsere Stadt zu entwickeln und noch lebenswerter zu machen, sind sehr wirkungsvoll gewesen”, so Bürgermeister Bernhard Knuth (UKB). Einstige Ruinen wie das ehemalige Hotel Wehner, das Deutsche Haus, der Stadtbahnhof und viele weitere sind durch die Stadt und weitere Partner aufwendig saniert und mit Leben gefüllt worden, das Nahverkehrsangebot wird immer besser und die Kitas und Schulen arbeiten unter guten Bedingungen. Viele Menschen würden vor allem deshalb hierherziehen wollen, auch aufgrund der Nähe zu Potsdam und Berlin, die dank guter Verkehrsanbindung das tägliche Pendeln erleichtert.

In Beelitz ist immer etwas los

Aber es spielen auch weiche Faktoren eine Rolle, zum Beispiel das vielfältige Vereinsleben, die Tatsache, dass in Beelitz immer etwas los ist, und insgesamt das positive Image der Stadt, erklärt der Bürgermeister. “Eine große Nachfrage lässt dann natürlich auch die Preise klettern.” Wobei Beelitz aber auch mit den mittlerweile erreichten Werten immer noch weit unter den Preisen im unmittelbaren Potsdamer Umland liegt. Doch der Trend geht in eine klare Richtung. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren aufgrund der Nachfrage immer wieder kleinere Baugebiete ausgewiesen, so zum Beispiel in der Hermann-Löns-Straße und in der Carl-von-Ossietzky-Straße oder am Kleinen Anger. Auch in Fichtenwalde wurden neue Parzellen geschaffen. “Wir haben aber nicht viel Spielraum, da unsere Stadt fast komplett vom Landschaftsschutzgebiet umgeben ist und wir den ländlichen Charakter natürlich auch bewahren wollen”, erklärt der Bürgermeister. “Dass wir aber die verfügbaren Flächen entwickelt haben und das auch weiterhin tun, ist der richtige Weg.”

Zurzeit wird ein weiterer Bebauungsplan für das ehemalige ACZ-Gelände in der Nähe des Stadtbahnhofes auf den Weg gebracht. Einen größeren Schub dürfte dann auch noch einmal der Bau des geplanten Wohnquartiers im ehemaligen C-Quadranten in Beelitz-Heilstätten bringen – mit Platz für bis zu 3.500 neue Einwohner. Selbst in den ländlichen Ortsteilen spiegelt sich die Entwicklung wider. Bestes Beispiel ist der Ortsteil Busendorf: Im Neubaugebiet an der Lehniner Straße, das durch die Stadt erst kürzlich erweitert wurde, liegt der Bodenrichtwert inzwischen bei 100 Euro pro Quadratmeter, vor zehn Jahren konnte man dort noch Bauland für 23 Euro bekommen.

Ideale Bedingungen für Eltern mit kleinen Kindern

Der Ort hat, was sich Zuzügler wünschen: Eine Kita, die Autobahnanschlussstelle in unmittelbarer Nähe und trotzdem jede Menge Natur vor der Haustür. Auch an der Einwohnerzahl lässt sich die Nachfrage nach Wohnraum ablesen: Demnächst erreicht Beelitz die 13.000er-Marke. Vor zehn Jahren war das noch undenkbar. Demografen prognostizierten für die Spargelstadt damals sogar einen Bevölkerungsrückgang auf 11.000 in diesem Jahr und nur noch knapp 10.000 in 2030. Davon kann heute keine Rede mehr sein, ebenso wie von einer vermeintlichen Überalterung. Das Verhältnis zwischen den Generationen ist ausgewogen, zumal auch viele junge Leute, die einst weggezogen sind, heute wiederkommen, um hier zu arbeiten und mit ihrer Familie zu leben. “Ein bisschen sorgt natürlich auch die Preisentwicklung in den Großstädten dafür, dass sich Bauwillige weiter draußen, hier bei uns, umschauen. Überzeugen kann unsere Stadt dann aber ganz von selbst”, so der Bürgermeister.  red/sg