Zeitreise am authentischen Ort

Potsdam.

Der Klimawandel und die Nutzung der historischen Parkanlagen in Potsdam und Berlin stellt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) vor große Herausforderungen.  Nach jahrelangen Diskussionen stocken der Bund, Berlin und Brandenburg das Budget auf. Jetzt sollen 30 neue Gärtner eingestellt werden. Denn in ihren Gärten und Parkanlagen wird die SPSG auch künftig mit häufiger auftretenden Wetterextremen umgehen müssen. In den Dürrejahren 2018 und 2019 mussten zum Beispiel Gartenbereiche in Sanssouci und Park Babelsberg gesperrt und Schäden im Gehölzbestand umgehend behoben werden, um die Verkehrssicherung wieder gewährleisten zu können. In den beiden vergangenen Hitzesommern ist deutlich geworden, dass Maßnahmen wie der permanente Rückschnitt von Gehölzen (die sogenannte Totholzbeseitigung) und Naturverjüngung durch Nachpflanzungen aus eigenem Anbau künftig immer wichtiger werden. Neben der Pflege und Bewahrung der Schlösser und Gärten plant die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) 2020 auch interessante Ausstellungen. Christoph Martin Vogtherr, der seit einem Jahr als neuer Generaldirektor im Amt ist, zog am Montag Bilanz.
Auch wenn in 2019 keine herausragenden Höhepunkte gesetzt wurden, sind die Schlösser und Gärten nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel. Die Besucherzahlen sind mit 1,56 Millionen stabil, selbst eine leichte Steigerung von einem Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr ist ablesbar. Die Einnahmen aus staatlichen Zuschüssen, Zuwendungen, Spenden und eigenen Erträgen sind von 69,2 auf 69,9 Millionen Euro gestiegen.

Besucher mitnehmen in die Zeit
Im laufenden Jahr sind mehrere neue Ausstellungen geplant. Herausragendes Projekt wird die Ausstellung „Die Neuordnung der Welt“ zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz 1945 sein, die vom vom 1. Mai bis 1. November zum Besuch einlädt. Ausstellungsort ist mit dem Schloss Cecilienhof in Potsdam der authentische Schauplatz des Ereignisses von welthistorischer Bedeutung, dessen lokale und globale Dimension die Stiftung erstmals in einer Schau thematisiert.
Mithilfe von Leihgaben internationaler Partner soll ein anschauliches und vielschichtiges Bild des Konferenzablaufs, der Beschlüsse, aber auch der Folgen präsentiert werden.„Cecilienhof ist wie ein Brennglas der Geschichte“, so Matthias Simmich, Kurator der Sonderausstellung. „Wir versuchen in den Räumen den Zustand vom Sommer 1945 herzustellen.“
Weitere Ausstellungen werden sich unter anderem dem vor 400 Jahren geborenen Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg widmen oder auch der mehr als 20.000 Objekte umfassenden Fotografie-Sammlung von Glasnegativen der Stiftung.

Alles im Plan
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten bereitet 24 neue Sanierungsprojekte mit einem Planungsumfang von etwa 170 Millionen Euro vor. Geplant sind unter anderem Arbeiten in den Römischen Bädern und am Orangerieschloss im Park Sanssouci in Potsdam oder auch am Schloss auf der Berliner Pfaueninsel, das bereits seit Saisonende 2018 für den Besucherverkehr geschlossen ist. Nachdem 2019 Untersuchungsöffnungen an der Holzverkleidung der Fassade vorgenommen wurden, liegt die Vorplanung seit Ende 2019 vor. ela

%d Bloggern gefällt das: