Volksbühne : René Pollesch wird neuer Intendant

Der Theaterregisseur und Autor René Pollesch wird neuer Intendant der Berliner Volksbühne. Das kündigte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Mittwoch an. Pollesch wird die Leitung zur Saison 2021/22 übernehmen. Die Nachricht kommt erwartet, entsprechende Gerüchte, die sich immer mehr verfestigten, gab es seit Wochen.

Pollesch arbeitete jahrelang als Spielstättenleiter und Hausregisseur an der Volksbühne und wurde zum dritten Fixpunkt des von Frank Castorf und Bert Neumann geleiteten Hauses. Nach dem Tod von Neumann und der Abberufung von Castorf, hatte Pollesch eine Zusammenarbeit mit dem Castorf-Nachfolger Chris Dercon und später auch öffentlich eine eventuelle Übernahme der Intendanz abgelehnt. Inzwischen ist Dercon zurückgetreten und der von Lederer berufene Geschäftsführende Direktor Klaus Dörr führt das Haus noch bis zum Sommer 2021.

Rene Pollesch: guten Karrierestart am Frankfurter TAT

Pollesch hat in den 1980er Jahren an der Gießener Universität den neu gegründeten Studiengang Angewandte Theaterwissenschaften absolviert. Nach einem guten Karrierestart am Frankfurter TAT musste er sich eine Weile mit Drehbuchcoach-Jobs durchschlagen – seine Art postdramatisches Theater zu machen und die Stücke und Inszenierungen aus dem Probenprozess heraus zu entwickeln, ließ sich im damaligen Stadttheaterbetrieb schwer verwirklichen.

Den künstlerischen Durchbruch erreichte Pollesch, als er 2001 den Prater der Volksbühne übernehmen konnte und die Spielstätte innerhalb kurzer Zeit zum Erfolg führte und für ein neues, junges Publikum erschloss. Pollesch ist der richtige Mann, mit dem die besten Schauspieler Deutschlands zusammenarbeiten wollen und der Freunde und Bewunderer auf allen Seiten der im Volksbühnen-Streit aufgerissenen Gräben hat.