Stillstand im Nahverkehr: Das müssen Sie zum Streik am Dienstag in Berlin und Brandenburg wissen

Der bundesweite

Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) trifft am Dienstag
Berlin und
Brandenburg mit voller Härte. Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wann wird gestreikt?

Laut Gewerkschaft

Verdi wird der
Streik bei der
BVG in
Berlin von Betriebsbeginn gegen 3 Uhr bis etwa 12 Uhr mittags dauern. In
Brandenburg Betroffen sind Busse, U-Bahnen und die Tram. Bei den zum
Streik aufgerufenen Brandenburger Unternehmen beginnt der
Streik Dienstag mit Betriebsbeginn und dauert bis zum Folgetag um drei Uhr morgens.

Welche Brandenburger Unternehmen sind betroffen?

Verdi hat diese
Nahverkehrsunternehmen in
Brandenburg zum
Streik aufgerufen:
ViP Verkehrsbetriebe Potsdam, Regionale Verkehrsgesellschaft
Dahme-Spreewald, Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft
Teltow-Fläming, Busverkehr
Oder-Spree, Barnimer Busgesellschaft, Cottbusverkehr, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Regiobus Potsdam Mittelmark, Stadtverkehrsgesellschaft
Frankfurt (Oder), Verkehrsbetriebe
Brandenburg an der Havel sowie
DB Regio Nord Ost.

Was bedeutet das für die Fahrgäste?

Fahrgäste müssten sich darauf einstellen, dass in den genannten Zeiträumen weder die Busse oder Bahnen der bestreikten Unternehmen fahren, erklärte

Verdi. „Uns ist klar, dass der
Streik für die Fahrgäste viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird, aber auf die unverständliche Blockadehaltung der Arbeitgeber können wir nur mit einem
Streik reagieren“, sagt
Jeremy Arndt, der Fachbereichsleiter Verkehr bei der Gewerkschaft.

Was ist mit der Berliner S-Bahn?

Die

S-Bahn Berlin wird nicht bestreikt und weitet ihr Angebot am Dienstag sogar aus – mit allen verfügbaren
Fahrzeugen“, wie das Unternehmen am Montag erklärte. Die Verstärkerzüge auf der S 1 (
Zehlendorf
Potsdamer Platz) und der S 5 (
Mahlsdorf – Ostbahnhof) verkehren demnach nicht wie üblich von 5.30 bis 8.30 Uhr, sondern bis 12 Uhr mittags, dem voraussichtlichen Ende des BVG-Streiks. Das sind, so die S-Bahn, 40 zusätzliche Fahrten und 7000 Sitzplätze mehr.

Warum ruft

Verdi zum
Streik auf?
Verdi fordert in dem
Tarifkonflikt für 87.000 Beschäftigte bundesweit einheitliche Regelungen für den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Seit März fordert die Gewerkschaft Verhandlung über einen entsprechenden Rahmentarifvertrag. Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) will darüber aber nicht verhandeln.

VKA-Hauptgeschäftsführer

Niklas Benrath bezeichnete den
Warnstreik als einen „Anschlag auf die Allgemeinheit“. Es sei „unverantwortlich, gerade in dieser krisengeplagten Zeit – denken Sie nur an die eingebrochenen Fahrgastzahlen und Einnahmen bei den Nahverkehrsbetrieben – das gesamte Land nunmehr mit einer Streikwelle zu überziehen.“

Ähnlich argumentierte auch der Städte- und Gemeindebund, der die Aktionen als „verheerendes Signal“ kritisierte. „

Warnstreiks werden dazu führen, dass nur wenige Busse und Bahnen fahren, diese dann sehr voll sind und damit die Ängste der Nutzer zusätzlich erhöht werden“, sagte Hauptgeschäftsführer
Gerd Landsberg.

Von

Thorsten Keller