Spontankonzert von Seeed: „Bam Bam“: Erstes Album nach dem Tod von Sänger Demba Nabé

Lange Zeit war nicht abzusehen, ob es ein fünftes Album von Seeed („Ding“, „Dickes B“) geben würde. Nach dem überraschenden Tod von Sänger Demba Nabé im Mai vergangenen Jahres dachte die erfolgsverwöhnte Berliner Band um das verbliebene Gesangsduo Pierre Baigorry alias Peter Fox und Frank Dellé auch tatsächlich daran, aufzuhören.

Demba Nabé

Musiker Demba Nabé

Zur Freude ihrer schon länger internationalen Fangemeinde haben sich die nun zehn Musiker entschieden, wieder ins Studio zu gehen. Mit „Bam Bam“ kommt am Freitag (4. Oktober) ein Album mit elf frischen Songs heraus – extrem tanzbar und Platz-eins-verdächtig. Die Platte erscheint auch gerade rechtzeitig zu einer am 11. Oktober in Frankfurt/Main beginnenden Tournee.

Doch wer nicht so lange warten will, hat schon früher die Chance, Seeed live zu sehen. Via Facebook kündigte die Band ein Spontankonzert im Festsaal Kreuzberg am Dienstagabend (1.10.) an. 

Beats von Seeed gehen wieder direkt in die Beine

Musikalisch von Nabé Abschied genommen haben Seeed mit der bereits veröffentlichten Single „Ticket“, die auch das neue Album eröffnet. Bereits dieses Stück, aber auch der folgende Song „Lass sie gehn“ oder das soeben erschienene „G€ld“ stehen für das bewährte Gespür der Band, mit ihren Beats direkt auf die Beine zu zielen.

Gleich viermal haben sich Seeed musikalische Verstärkung für das Album geholt. Der Hip-Hop-Musiker Trettmann ist bei „Immer bei dir“ dabei, für „Lass das Licht an“ konnte man Deichkind gewinnen, die Rapperin Nura ist auf „Sie ist geladen“ zu hören, Salsa 359 hat „Love Courvoisier“ mitgestaltet.

Mix aus Dub, Hip-Hop, Dancehall, Afro-Trap und Reggae

Entsprechend vielfältig zeigt sich „Bam Bam“. Stilistisch steht diese Band ohnehin für extrem viel Abwechslung. Auch das neue Album bringt wieder eine gut hörbare Mischung mit Dub, Hip-Hop, Dancehall, Afro-Trap und Reggae zusammen. Dazu werden bei „What A Day“ noch dramatische Violinen und schicksalsschwere Streichbässe mit verspielten Cembalo-Tönen vermengt.

Thematisch stehen bei Seeed kaum Überraschungen an. „Komm in mein Haus“ lässt sich als Willkommenshymne verstehen, „G€ld“ nimmt die verfettete Bling-Bling-Schickeria aufs Korn. Und natürlich geht es in den Texten viel um Liebe und Stress, um Leid und Sex. (dpa)

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