Spargelmuseum

Im Spargelmuseum kann man die Geschichte des weißen Goldes von seiner ersten Kultivierung vor 2500 Jahren bis zum ersten feldmäßigen Anbau in Beelitz vor 152 Jahren eintauchen.

Im Spargelmuseum Schlunkendorf erfährt man alles, was man über Spargel wissen sollte

Die Berliner Mauer war gerade erst gefallen, da rollten im Frühjahr 1990 schon die ersten Limousinen an. Der Beelitzer Manfred Schmidt erinnert sich noch heute voller Faszination, wie die Menschen aus dem Westteil der so lange geteilten Stadt scharenweise nach Beelitz kamen, um hier endlich wieder Spargel zu essen. Selbst nach 40 Jahren hatten sie den zarten Geschmack des Beelitzer Edelgemüses nicht vergessen. Das Problem war nur, dass es so gut wie keinen Spargel zu holen gab – denn zu DDR-Zeiten war der Anbau aufgrund des Mangels an Saisonarbeitern und der Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft rapide eingebrochen. Solche Anekdoten sind es, die man im Schlunkendorfer Spargelmuseum zu hören bekommt. Manfred Schmidt, den man hierzulande nur als „Spargel-Schmidt“ kennt, hat einen großen Teil der Geschichte des Edelgemüse-Anbaus in Beelitz miterlebt und mitgeprägt. Er ist Vorsitzender des Vereins Beelitzer Spargel, zu dem sich die Landwirte kurz nach der Wende zusammengeschlossen hatten. Und das Bauernhaus am Kietz 36, in dem sich seit 1997 das Museum befindet, ist einst sein Eltern– und Geburtshaus gewesen.

Im Spargelmuseum kann man die Geschichte des weißen Goldes von seiner ersten Kultivierung vor 2500 Jahren bis zum ersten feldmäßigen Anbau in Beelitz vor 152 Jahren eintauchen. Historische Werkzeuge wie Spargelmesser und Wasch– und Sortiermaschinen aus Holz sorgen für eine besondere Atmosphäre. Auf Schautafeln erfährt der Besucher, woraus Spargel besteht, wie man ihn richtig zubereitet – und wie das Edelgemüse ab den 1920er Jahren einen ersten Aufschwung erlebte.

An solche Glanzzeiten konnten sie sich noch erinnern, die Berliner, die nach der Wende in Mercedes-Karossen nach Beelitz kamen. Auch für sie wurde 1991 das erste Spargelfest veranstaltet. Allerdings trat dort der damals noch eklatante Mangel der beliebten Feldfrucht besonders offen zu Tage: „Wir hatten nur rund 200 Kilogramm zu verkaufen – und die waren im Handumdrehen weg“, berichtet Manfred Schmidt. Erst nach und nach wurden die Anbauflächen in den einzelnen Betrieben erweitert. Mittlerweile ist die Spitzenzahl von 1000 Hektar, wie sie in den 1930er Jahren bewirtschaftet worden war, übertroffen worden.

Gelungen ist dies durch erfolgreiche Vermarktungsstrategien – und durch die Zusammenarbeit der Landwirte – sowohl alteingesessener als auch jener, die aus den alten Bundesländern dazu gekommen waren. „Wir hier hatten die Tradition und die Kollegen von drüben das Know-How“, erinnert sich Manfred Schmidt. Als die damals mit ihren hochmodernen Landmaschinen angerückt waren, habe es für so manchen Beelitzer ausgesehen, „als wäre ein Ufo auf dem Acker gelandet“.

Es sind verblüffende und unterhaltsame Geschichten, die man im Spargelmuseum Schlunkendorf zu hören bekommt. Neben der Dauerausstellung, die mit Leihgaben des Spargelmuseums im bayerischen Schrobenhausen angereichert worden ist, werden hier auch kleine Spargelgerichte auf dem Hof serviert. Geöffnet ist das Museum noch bis zum Ende der Saison täglich zwischen 10 und 16 Uhr. Danach können jederzeit individuelle Termine vereinbart werden.

Kietz 36, 14547 Beelitz OT Schlunkendorf
Tel.: (033204) 42 11 2
www.beelitzer-spargelverein.de

Öffnungszeiten:
bis 30. Juni: Montag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr,
außerhalb der Spargelsaison nach Vereinbarung

Quelle: Spargelmuseum