Region mit schwarzen Kreuzen übersät

In der Nacht vom 12. zum 13. Juli haben Unbekannte auch in diesem Jahr wieder an verschiedenen Orten im ganzen Land schwarze Holzkreuze angebracht. Auch im Westhavelland stehen am Straßenrand, an Ortseingangsschildern und selbst an Wahlplakaten Kreuze.

Diese sind Teil der sogenannten „Aktion Schwarze Kreuze“, ein von Rechtsextremisten seit 2014 selbstinszenierter bundesweiter „Volkstrauertag“.

Nach dem Willen des Ideengebers, eines rechtsextremistischen Musikers aus Berlin, soll jedes Jahr am 13. Juli der – deutschen – „Opfer von Ausländergewalt“ gedacht werden. Mit Beginn der Aktion 2014 wurden an mindestens 64 Orten, insbesondere in Ostdeutschland, schwarze Holzkreuze aufgestellt.

Auch in Rathenow, Nennhausen und Gräningen standen Kreuze

Am Samstag standen unter anderem in Premnitz an den Ortseingängen aus Milow, Mögelin und Döberitz kommend schwarzen Kreuze mit der Aufschrift: „Ausländergewalt – Den Deutschen Opfern 1914 – 2019“.

Die Polizei entfernte diese später und ermittelt dazu. „Wir werden von Amts wegen Anzeige erstatten“ erklärte der Premnitzer Bürgermeister Ralf Tebling (SPD).

Auch in Rathenow, Nennhausen und Gräningen standen am Samstag an verschiedenen Stellen schwarze Kreuze. Unter anderem hatten die Täter eines am Kreisverkehr in Rathenow Ost aufgestellt.

Letztes Jahr standen in Steckelsdorf Kreuze

Auch an das Wahlplakat von Landtagskandidatin Katja Poschmann (SPD) hatten die Täter ein Holzkreuz befestigt. Zuvor hatten Neonazis im Internet zu derartigen Aktionen aufgerufen.

In lokalen Socialmedia-Gruppen wunderten sich derweil einige Havelländer, was es mit den Kreuzen auf sich hat. Manch einer dachte zunächst sogar an einen Verkehrsunfall.

In der Gruppe „Premnitz im Wandel der Zeit“ klärte Mathias Anders auf: „Die Kreuze haben etwas mit rechtem Gedankengut zu tun.“ Er erinnerte außerdem daran, dass erst im letzten Jahr in Steckelsdorf solche Holzkreuze standen.

Der Staatsschutz ermittelt

Die Täter haben die Kreuze offenbar wieder länderübergreifend angebracht. Schwerpunkte waren, nach bisherigen Kenntnisstand, vor allem Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

In Neubrandenburg standen unter anderem Kreuze mit der Aufschrift „Migration tötet“. Dort ermittelt nun der Staatsschutz.

Mit der Aktion konnten Rechtsextremisten einmal mehr mit geringem Aufwand Aufmerksamkeit erregen.

Lesen Sie mehr dazu auf www.verfassungsschutz-bw.de

Von Christin Schmidt

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