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Seit einigen Tagen läuft die Erschließung des „Technology Campus“ im Wissenschaftspark Golm. Ab 6. März beginnt dann die Vermarktung der ersten Gewerbeflächen des knapp 10 Hektar großen Areals nördlich vom Golmer Rewe-Standort an der Straße In der Feldmark.

„Die Planung ist in allen Punkten abgeschlossen“

Doch der Golmer Ortsbeirat ist sauer, dass die Entwicklung völlig an ihm vorbeigeht. In der Sitzung der Ortsteilvertretung am Mittwochabend wurden die neuesten Entwicklungen durch Hubert Lakenbrink von der Pro Potsdam vorgestellt.

Die Reaktion der Ortsvorsteherin Kathleen Krause: „Seit der Kommunalwahl bitten wir die Stadtverwaltung darum, uns die Ausbauplanung der öffentlichen Straßen zu zeigen. Immer hieße es, die Planung sei noch nicht so weit, aber jetzt haben Sie schon mit dem Bau begonnen?“, fragte sie ungläubig.

„Ich muss auf die Stadt verweisen. Die Planung ist in allen Punkten abgeschlossen. Wir haben angefangen zu bauen“, musste Lakenbrink einräumen.

Hinter dem Rewe-Markt in der Straße „In der Feldmark“ entsteht der zehn Hektar große „Technology Campus“.

Hinter dem Rewe-Markt in der Straße „In der Feldmark“ entsteht der zehn Hektar große „Technology Campus“. Quelle: Peter Degener

Er konnte nur noch erklären, wie die Verkehrsflächen nun aufgeteilt werden: Es wird eine besonders breite Fahrbahn für den LWK-Verkehr geben, auf einer Seite werden Bäume im Wechsel mit Stellplätzen eingerichtet – und auf beiden Seiten der Planstraßen durch das Gewerbegebiet wird es Gehwege geben.

„Wir setzen uns seit Jahren für Radwege ein, aber die wurden hier nun nicht berücksichtigt“, kommentierte Krause. Dabei erwartet die Pro Potsdam auf dem Technologie-Campus besonders viele Menschen und hat eigens die Gehwege verdoppelt. Zudem wird der südliche Teil des Gebiets ein Institut der Universität aufnehmen, weshalb zusätzlicher Radverkehr absehbar ist, der sich dann die Fahrbahn mit dem Gewerbeverkehr teilen muss.

Ortsbeirat will Rubelt zu sich zitieren

Der Ortsbeirat, dessen Mitwirkung bei solchen Ausbauplanungen vorgeschrieben ist, will das nicht auf sich sitzen lassen. In den kommenden zwei Wochen soll eine Sondersitzung einberufen werden, bei der sich Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt (parteilos) erklären soll. Der Ärger, dass man „über unseren Kopf“ entschieden habe, war so groß, dass die Ortsbeiratsmitglieder auch Wege zu einem Baustopp oder eine gerichtliche Klärung diskutierten.

5,5 Millionen Euro Fördermittel für Erschließung

Die Pro Potsdam baut die Verkehrsflächen des Technologie-Campus im Auftrag der Stadt Potsdam. Erst kürzlich erhielt die Verwaltung für die Aufgabe einen Förderbescheid über rund 5,5 Millionen Euro der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) aus Bundesmitteln zur Stärkung der regionalen Wirtschaft. Bis Jahresende will man fertig sein. Die Erschließung des Hightech-Gewerbegebiets wird zu 90 Prozent gefördert.

Dort sind durch den Bebauungsplan Nr. 129 vor allem forschungsorientierte Firmen aus Bereichen der Materialwissenschaft, Arznei- und Kosmetikentwicklung, sowie Optik oder Biotech zugelassen.

Auf der Mipim-Messe in Cannes beginnt die Vermarktung

Auf der Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes beginnt Anfang März die Vermarktung der ersten Grundstücke. Dort werde man mit Entwicklern ins Gespräch kommen, „nicht mit den Endnutzern“, erklärte Lakenbrink.

Eine erste Fläche sei bereits verkauft – ein Mieter des Innovationszentrums Go:In wolle wachsen und eigene Gebäude in Golm errichten. Die Vergabe der Grundstücke erfolgt zum Festpreis – dafür wird bei der Auswahl der Interessenten darauf geachtet, wie viele Arbeitsplätze sie schaffen, wie viel Gewerbesteuer vermutlich entrichtet wird, und ob sie auch öffentliche nutzbare Flächen in den Sockelgeschossen planen.

>>>Wo und wie der Wissenschaftspark wachsen soll

Von Peter Degener

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