Rammstein im Olympiastadion: Explosionen und Schlagzeug-Gewitter

Berlin –

Eins, zwo, drei – Feuer. Rammstein beginnt genauso wie man das von einem Rammstein-Konzert erwarten darf. Mit einer großen Explosion, brennenden Rauchtöpfen und einen Schlagzeug-Gewitter von Christoph Schneider. In einem Stadion, das wohl schon immer ein Sehnsuchtsort für Rammstein war. Das Berliner Olympiastadion, 1936 zu den Olympischen Spielen in Berlin erbaut. In Speer’scher Monumentalarchitektur. Brachial, brutal, einschüchternd, überlebensgroß. Wie die Musik von Rammstein. 

Mit “Was ich liebe” startet die große Überwältigungsshow. Auftritt Till Lindemann. Maskiert und kostümiert wie der Böse aus Mordor. Im knöcheltiefen Schlangenledermantel. Marschierend, bald schwitzend. “Mein Herz brennt” und ein Bengalo vor dem Herz von Lindemann. Immer wieder ein kleines bisschen Pyroshow, Immer wieder krach, boom, bäng. Stichflammen rösten die Arena – und später den lustigen Keyboarder Flake, der einem Flammenwerfer standhalten muss. Der ist es ja gewohnt.

Druckwellen jagen durchs Olympiastadion. Ist es leise, ist es nicht Rammstein.. “Links 2-3-4”, “Tattoo”, “Sehnsucht”. Feuer und Flamme auf der Bühne. Und auch die 70.000 sind es, entflammt für die sechs Musiker. Jubelnd, ausrastend, enthemmt. . “Heirate mich”, “Du hast”, “Deutschland”, das wie ein Kraftwerk-Remix beginnt. 70.000 sind Masse, eine Stimme. Eine Inszenierung, die auch Leni Riefenstahl gefallen hätte. Für die wäre es nur zu laut gewesen.