Potsdam im Krisenmodus: Der Tag im Überblick

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In diesen Zeiten jagt oft eine Nachricht die andere. Viele drehen sich um die Coronakrise und ihre Folgen, doch es gibt auch noch andere Themen, die die Stadt bewegen. Ein Überblick über die Geschichten und Nachrichten des Tages.

Aufnahmestopp im Ernst-von-Bergmann-Klinikum

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen innerhalb des Hauses nimmt das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum vorerst keine neuen Patienten auf. Auch Verlegungen soll es vorerst nicht mehr geben. „Ich habe entschieden, alle stationären Aufnahmen zu untersagen“, erklärte Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) am Mittwochnachmittag. Dies soll bis zur endgültigen Abklärung des aktuellen Infektionsgeschehens gelten. Lediglich „unabweisbare Notfälle“ und Frauen zur Entbindung werden noch aufgenommen. Aktuell gibt es in der Stadt 160 Infizierte.

Vorerst keine präventiven Corona-Tests im St. Josefs-Krankenhaus

Das St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam.

Das St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam. Quelle: Varvara Smirnova

In Krankenhäusern und Pflegeheimen ist die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus groß – das hat die Entwicklung der letzten Tage im Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum wieder gezeigt. Behandelt werden Corona-Patienten in Potsdam aber auch im St-Josefs-Krankenhaus, dort kam es ebenfalls bereits zu Todesfällen von Covid-19-Infizierten. Die MAZ hat bei Pressesprecher Benjamin Stengl nachgefragt, wie man dort mit dem Risiko umgeht. Ein Ergebnis: Eine so umfangreiche Testung wie im Bergmann ist aktuell nicht geplant.

Seniorin aus Teltower Heim mit Covid-19 infiziert

Noch Anfang dieser Woche hatte sich der Leiter der Teltower Senioreneinrichtung „Lavendel-Residenz“ mit einem offenen Brief verzweifelt an Gesundheitsministerin Ursula Nonnenmacher (Grüne) gewandt, weil er für seine Mitarbeiter keine Schutzkleidung erhält. Nun hat es die Lavendel-Residenz tatsächlich getroffen: Eine Seniorin aus dem betreuten Wohnen, die nach einem Sturz bereits seit rund einer Woche im Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam in Behandlung war, wurde dort positiv auf Covid-19 getestet. Zwar wird davon ausgegangen, dass die Ansteckung erst im Krankenhaus erfolgt ist, aber natürlich bleibt eine große Unsicherheit im Raum.

Exklusiv: Das Extavium ist gerettet

Gerald Siegert (Geschäftsführer der Kinderwelt) und Dr. Axel Werner (Extavium) nach Vertragsunterzeichnung in den Räumen der Kinderwelt in Potsdam mit Ellbogencheck.

Gerald Siegert (Geschäftsführer der Kinderwelt) und Dr. Axel Werner (Extavium) nach Vertragsunterzeichnung in den Räumen der Kinderwelt in Potsdam mit Ellbogencheck. Quelle: Kinderwelt

Das Potsdamer Mitmachmuseum „Extavium“ ist gesichert. Der Potsdamer Bildungsträger Kinderwelt übernimmt bereits ab Mai den Betrieb, sodass die dauerhafte Schließung nach den Osterferien vom Tisch ist. Der Vertrag wurde am Mittwoch bereits unterzeichnet. Die Kinderwelt kündigte eine Neuausrichtung und Überarbeitung des Konzeptes an. Hinsichtlich der Finanzierung stellte Kinderwelt-Geschäftsführer Gerald Siegert klar, dass der Betrieb der Bildungseinrichtung auch weiterhin nicht ohne Fördermittel möglich sei. Er wolle die neuen Ideen und die neue Betreiberstruktur der Potsdamer Bildungsbeigeordneten Noosha Aubel (parteilos) vorstellen. Die Linke unterstützt weiterhin die städtische Förderung des Extaviums.

Totalausfall bei Pyur: 250 Meter lange Leitung soll Kunden wieder verbinden

Ein beschädigtes Kabel in der Baustelle an der Nutheschnellstraße führte im Netz des Kommunikationsanbieters Pyur zum Totalausfall. Die Telefon- und Internetverbindung sind getrennt, auch der Fernsehanschluss ist gestört. Laut Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg sind 24.000 Potsdamer in der Waldstadt und in Babelsberg von der Störung seit Dienstagnachmittag betroffen. Pyur-Unternehmenssprecher Tim Stiehl spricht von rund 9000 betroffenen Kunden. Die Störung sollte schon in der Nacht zum Mittwoch behoben werden. Doch der Schaden ist umfangreicher, als gedacht.

Kindesentführung vor Potsdamer Möbelhaus: Acht Jahre für Willi D.

Der Prozessauftakt am Potsdamer Landgericht.

Der Prozessauftakt am Potsdamer Landgericht. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das Urteil im Drewitzer Kindesentführungsprozess ist gefallen. Das Landgericht Potsdam sprach den Angeklagten Willi D. am Mittwochvormittag schuldig. Er wurde wegen besonders schwerem sexuellen Missbrauch und schwerer Vergewaltigung, sowie Körperverletzung, Freiheitsentzug und Entführung Minderjähriger zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Der 59-Jährige hatte im Mai 2019 ein sechsjähriges Mädchen aus einem Möbelhaus im Stadtteil Drewitz entführt und in seine Wohnung gebracht haben, wo er das Kind missbraucht hat.

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Osterfeuer fallen aus

Wegen des Corona-Virus muss die Landeshauptstadt das zweite Jahr in Folge auf Osterfeuer verzichten. Wegen der vom Land bis zum 19. April verlängerten Kontaktsperre könnten auch in diesem Jahr keine Osterfeuer genehmigt werden, sagte Rathaussprecherin Christine Homann auf MAZ-Anfrage. 2019 wurden alle Osterfeuer in der Landeshauptstadt unmittelbar vor dem langen Wochenende am Gründonnerstag untersagt.

Von MAZonline