Keine neuen Infizierten im Landkreis Havelland

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Nach wie vor vermeldet der Landkreis Havelland keine Details zu den Corona-Infizierten im Havelland. Bekannt gemacht wurde am Freitag lediglich, dass zurzeit 72 Personen infiziert sind. Das sind ebenso viele wie am Vortag. Im Landesvergleich gibt es von den 19 Kreisen und kreisfreien Städten neun, die mehr Infizierte, als das Havelland melden.

Details aus der Klinik

Ausführlicher hat sich jetzt die Geschäftsführung der Havelland Kliniken zu den Zahlen gemeldet – soweit es Kliniken und Pflegeheime betrifft. „Die Havelland Kliniken sind für die Patientenversorgung gut aufgestellt“, so Unternehmenssprecherin Babett Dietrich. „Neben medizinischen Notfällen werden in den Häusern in Nauen und Rathenow aktuell vier Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben und drei klinisch betreuungspflichtige Verdachtsfälle behandelt.“

Mehr Einheiten

Ab sofort, so Dietrich weiter, stehen vier von geplant zusätzlichen zehn Überwachungseinheiten in der Klinik Nauen zur Verfügung. Es gibt aber auch Probleme: „Die Ausstattung mit Schutzkleidung bleibt auch in den Havelland Kliniken angespannt, doch werden alle Möglichkeiten zum Ordern weiterer Bestände ausgeschöpft.“

Im Landratsamt Rathenow wird ebenfalls eine Corona-Statistik geführt. Quelle: Bernd Geske

Nachdem das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wegen einer Vielzahl von Infizierten unter Patienten und Mitarbeitern gesperrt ist, gibt es zwischen Geschäftsführung und Klinikleitung der Havelland Kliniken Kontakte zu der Potsdamer Einrichtung, um im Bedarfsfall die Übernahme von Patienten abzustimmen. Generell gebe es in den Häusern Nauen und Rathenow freie Kapazitäten, um auch Patienten aus dem Raum Potsdam aufzunehmen.

Der zweite Schwerpunkt

Ein anderer Schwerpunkt in dieser Woche war die weitere Vorbereitung der stationären Seniorenpflegeeinrichtungen der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe auf den Umgang mit der Corona-Pandemie. „Da ältere Menschen besonders gefährdet sind, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, gelten auch in den Einrichtungen des Wohn- und Pflegezentrums Havelland (WPZ) schon seit 14 Tagen Besuchsverbote“, so Babett Dietrich. Dies sei kein leichter Schritt.

Nicht immer in die Klinik

Die Pflegekräfte engagieren sich, um den Alltag der Bewohner in den Pflegeheimen liebevoll zu gestalten und dabei trotzdem die Regeln für verstärkte Hygienemaßnahmen und mehr Abstand einzuhalten. Die Seniorenpflegezentren stehen in engem Kontakt mit den Havelland Kliniken und haben Verfahren zum Umgang mit Verdachtsfällen und Infizierten abgestimmt. Nicht jeder Infektionsfall endet in der Klinik. „Es werden auch in den Pflegeheimen Isolierungs- und Versorgungsstrategien vor Ort entwickelt“, so Babett Dietrich.

Klinik-Geschäftsführer Jörg Grigoleit Quelle: Andreas Kaatz

Noch sei die Fallzahlentwicklung im Landkreis überschaubar. Jörg Grigoleit, Geschäftsführer der Havelland-Kliniken, mahnt: „Ein besonderes Augenmerk gilt auch unseren älteren Mitbürgern. Wir müssen alles dafür tun, ein Ausbruchsgeschehen in stationären Pflegeeinrichtungen so lange wie möglich zu vermeiden oder zu begrenzen.“

Von Joachim Wilisch