Gemeinde hofft auf finanzielle Krisen-Hilfe

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Zwei Wochen ist es her, dass die Corona-Krise auch in der Fläming-Region privates und öffentliches Leben buchstäblich von einen auf den anderen Tag veränderte. Wann damit Schluss sein wird, sind sich selbst Experten nicht einig.

Wie weiter, wenn die Krise vorbei ist?

Die Frage, wie es nach der Krise in den Kommunen weitergeht, stellen sich derzeit nicht nur Bürgermeister, Amtsdirektoren und Gemeindevertreter, sondern auch Bürger. Welche Einschränkungen und Befürchtungen es derzeit in der Gemeinde Niederer Fläming gibt, erläutert Bürgermeister Matthias Wäsche.

Das größte Problem gibt es demnach derzeit bei der Werbiger Schulküche-GmbH, deren alleiniger Gesellschafter die Kommune ist. Nachdem der Betrieb im vergangenen Jahr erstmals ohne Zuschüsse aus dem Gemeindehaushalt funktionierte, gefährdet nun der Wegfall von täglich etwa 400 Essern die Wirtschaftlichkeit. „Unser Ziel ist es natürlich, die Küche auf jeden Fall zu erhalten, aber wir sind dabei auf staatliche Unterstützung angewiesen und werden Fördergelder bei der ILB beantragen“, sagt Wäsche. Bis staatliche Gelder fließen, werde bereits über die Zahlung von Überbrückungsgeld nachgedacht. Als „vorbildlich sachlich und professionell“ schildert der Bürgermeister den Ablauf bei der Organisation der Notbetreuung von Kindern, deren Eltern arbeiten müssen, obwohl beide Kitas, Schule und Hort geschlossen sind. Insgesamt 35 Kinder werden derzeit in den Einrichtungen weiterbetreut. Die Zahlung der Elternbeiträge wurde ausgesetzt und soll im Nachgang geklärt werden. Auch hier hofft Wäsche auf finanzielle Unterstützung vom Land.

„Das kommende Jahr wird hart“

Durch die Schließung vieler Betriebe werden vermutlich auch Einkommens-und Gewerbesteuern deutlich geringer ausfallen, so dass sich die Finanzlage der Kommune deutlich verschlechtern wird. „Vor allem das kommende Jahr wird hart, da uns die Einnahmen fehlen, der Ausgleich durch die Schlüsselzahlungen aber erst im Jahr darauf erfolgt.

Sichtbarstes Zeichen der Krise ist die Absage sämtlicher Feste bis in den Juni hinein. Kinderfest, Tag des Älteren Bürgers und sämtliche Oster- und Maifeuer gehören dazu. Selbst Ausschusssitzungen und Dorfputze sind abgesagt. Nur die Gemeindevertreter sollen, wenn wichtige Beschlüsse nicht vertagt werden können, zusammenkommen.

Von Uwe Klemens