Gegen atomare Gewalt

Potsdam. Ein Initiativkreis aus engagierten Potsdamern und Wissenschaftlern plant für den nächsten Sommer eine “Neue Potsdamer Konferenz” zum weltweiten Abbau atomarer Bedrohung. Denn 2020 jährt sich die Potsdamer Konferenz, die im Schloss Cecilienhof die Aufteilung der Welt für lange Jahre besiegelte, zum 75. Mal.

Die drei Siegermächte des Zweiten Weltkriegs schufen mit dem Potsdamer Abkommen eine Nachkriegsordnung, die trotz Kalten Kriegs und Rüstungswettlauf für Mitteleuropa eine lange Friedensperiode brachte. Dass die Entscheidung für den Atombombeneinsatz gegen Japan vom damaligen US-Präsidenten und Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Potsdam getroffen wurde, sei jedoch nur wenigen bekannt, betonen die Initiatoren.

Sie löste wenige Tage später das Inferno von Hiroshima und Nagasaki aus. Es begann ein atomares Wettrüsten, das erstmals in der Geschichte von Kriegen und Rüstung die gesamte Menschheit ausrotten und die Erde unbewohnbar machen könnte.

Heute befindet sich die Welt geopolitisch in einem Wandel, von dem mehr denn je enorme Bedrohungen ausgehen. Jüngstes Beispiel ist die Kündigung des INF-Vertrags durch den derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump. Der Vertrag endete offiziell am 2. August.

Aufgrund seiner historischen Verantwortung habe Potsdam die Pflicht und die Chance zugleich, im Jahr 2020 ein Signal für unbedingten Frieden in die Welt zu senden, heißt es vom “Initiativkreis “Neue Potsdamer Konferenz 2020”. Vertreter von Politik, Zivilgesellschaft, Stadtverwaltung und Wissenschaft sind aufgerufen, sich im Juli und August an einer richtungsweisenden Zusammenkunft und Beratung zu beteiligen.

Ziel ist es, Anliegen der Teilnehmer der Konferenz von 1945 in Beziehung zur Entwicklung bis heute und den daraus resultierenden Gefahren aber auch Auswegen zu setzen. Mithilfe offener Runder Tische sollen Positionen entwickelt werden, die einen ausdrücklichen Beitrag von internationaler Relevanz zur Umkehr von Konfrontationspolitik und Aufrüstung hin zu Abrüstung, Anerkennung und Respektierung der UN-Charta, Entspannungspolitik sowie kollektiver Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und in der Welt leisten. 1945 verhandelte man hingegen ausschließlich hinter verschlossenen Türen. Die Initiatoren wollen Unternehmen und politisch Interessierte motivieren, Visionen für eine lebenswertere Zukunft zu entwickeln. sg

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