Engpass bei der Klinik-Schutzkleidung

Die Havelland Kliniken bereiten sich in ihren Krankenhäusern in Nauen und Rathenow darauf vor, dass auch schwer erkrankte Corona-Patienten eingeliefert werden. Darauf verwies jetzt der Geschäftsführer der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe, Jörg Grigoleit.

Institute machen Vorgaben

Zusammen mit Unternehmenssprecherin Babett Dietrich macht Grigoleit deutlich: „Wir müssen gut vorbereitet sein, wenn die Versorgung schwerst kranker Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, ansteht. Darum werden in den Klinikstandorten Nauen und Rathenow zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.“ Richtschnur seien dabei vor allem die Vorgaben von Bundes-, Landes und kommunaler Ebene sowie die fachlichen Einschätzungen vor allem des Robert-Koch-Instituts.

Wichtiger Schutz

Wichtig ist aber, dass sich Ärzte und Pflegepersonal bei der Behandlung der Corona-Patienten selber schützen und in den Havelland Kliniken ist die Schutzausrüstung für das Personal knapp. „Es gibt zwar diverse angekündigte Lieferungen, doch noch ist keine davon vor Ort eingetroffen“, fasst Geschäftsführer Grigoleit die aktuelle Situation zusammen.

Mediziner in Schutzanzügen – hier im Corona-Testzentrum in Schwäbisch Gmünd. Quelle: www.imago-images.de

Daher starten die Havelland Kliniken einen Aufruf zur Unterstützung. Grigoleit dazu: „Wir bitten Betriebe der Region, die Atemschutzmasken oder Mundschutz verwenden, zu prüfen, ob sie aus ihren Beständen etwas an die Klinken abgeben können. Das unterstützt Ärzte, Pflegekräfte und letztlich auch Patienten wirkungsvoll.“

Strenge Regeln

Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, ist insbesondere in den Kliniken und Pflegeheimen das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Deshalb gelten in den Einrichtungen auch die strikten Besuchsverbote. Abstriche bei Corona-Verdachtsfällen erfolgen nach Voranmeldung durch den niedergelassenen Arzt in externen Abstrichpoints. In Rathenow ist dieser Abtsrichpoint in einem Zelt auf einem Teil des Krankenhaus-Parkplatzes aufgebaut. Seit Montag ist er am Netz.

Die Klinik-Sprecherin Babett Dietrich. Quelle: Joachim Wilisch

Des Weiteren wurde der reguläre Klinikbetrieb so umgestaltet, dass die stationäre Behandlung von Patienten, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, sicher gewährleistet ist. Auf alle Ärzte kommt dabei derzeit eine hohe Verantwortung zu. „Nach gewissenhafter Einzelprüfung werden alle planbaren Eingriffe und Behandlungen verschoben“, so Babett Dietrich. Wesentlich sei, dass sie nicht „zeitkritisch sind“. Die niedergelassenen Ärzte in der Region seien informiert. Patienten, die betroffen sind, werden von der Klinik angerufen.

Mehr Geräte

Außerdem werden in den Kliniken zusätzliche Beatmungskapazitäten geschaffen, um medizinische Notfälle und schwerkranke Corona Patienten versorgen zu können. Grigoleit erläutert, wie das funktioniert: „Grundlage dafür ist ein mehrstufiges Konzept. Im Ergebnis sollen die regulär vorhandenen 16 Plätze an beiden Klinikstandorten auf 30 aufgestockt werden.“

Klinik-Geschäftsführer Jörg Grigoleit. Quelle: Andreas Kaatz

Dafür wurden zusätzliche Beatmungsgeräte geordert. Ergänzend wird die Personaleinsatzplanung angepasst, so dass alle intensivmedizinisch versierten Ärzte und Pflegekräfte bereit stehen. Die Kliniken haben außerdem einen ordentlichen Vorrat an Medikamenten. Für Babett Dietrich wichtig: „Desinfektionsmittel werden ergänzend in der Klinikapotheke selbst hergestellt, solange die Rohstoffe dafür erhältlich sind.“

Hohe Standards

Auch wenn der Fokus in den Havelland Kliniken derzeit auf der Behandlung von Corona-Patienten liegt: Medizinische Notfälle werden weiter versorgt. „Das gilt natürlich auch für Tumorpatienten“, sagt der Geschäftsführer. Aber auch in diesem Bereich musste neu geplant werden. Um größtmögliche Sicherheit zu schaffen, wurden durch Umzüge von Stationen Isolierungsbereiche eingerichtet. Im Ergebnis können Infektionsfälle getrennt versorgt werden.

Der Dank

Die Menschen in der Region sind dem Klinikpersonal dankbar und zeigen das auch. „In den letzten Tagen haben uns zahlreiche Aufmerksamkeiten wie Eis für die Mitarbeiter, Ständchen vor der Klinik und Danksagungen erreicht – an beiden Klinikstandorten“, so Babett Dietrich.

Abstrichpoint am Krankenhaus Rathenow. Quelle: Markus Kniebeler

Geschäftsführer Jörg Grigoleit bekräftigt, dass man aus diesen Aufmerksamkeiten Kraft schöpfen kann: „Im Namen aller Mitarbeitenden bedanke ich mich bei den Havelländern für die Unterstützung in vielfältiger Form, die uns während der letzten Tage zuteil wurde.“ Es gelte nun, eine schwere Zeit zu bewältigen. Aber die Havelland Kliniken seien gerüstet.

Von Joachim Wilisch

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