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Zu den letzten Takten von Giacomo Puccinis „Tosca“ soll sich die Titelheldin verzweifelt von der Engelsburg in die Tiefe stürzen. Ein heikler Vorgang, der Sopran muss sich fallen lassen auf eine Matte, die den Blicken des Publikums entzogen ist, und das kann verdammt albern aussehen. Montserrat Caballé, das konnte man in den achtziger Jahren in der Inszenierung von Boleslaw Barlog sehen, die noch immer auf dem Spielplan der Deutschen Oper Berlin steht, sprang nicht und ließ sich auch nicht fallen. Sie ging zur Seite ab. Derlei Stolz, derlei souveräner Verzicht auf szenischen Realismus zeigt viel vom Verständnis dessen, was Operngesang einmal war: Da ging es nicht um dramatische Wahrhaftigkeit, sondern um eine musikalische, die indes ganz und gar vom Star bestimmt wurde. Auftritte der Caballé oder des ebenfalls praktisch immobilen Luciano Pavarotti ragten weit in die Ära des sogenannten „Regietheaters“ auf der Opernbühne hinein. Mit modernen Anforderungen wie Schauspiel gaben sich diese Sänger nicht ab. Ihre Auftritte, die das gesungene Werk zur Präsentationsgrundlage ihrer vokalen Mittel degradierten, waren zugleich albern und grandios. Dieser Sängertypus ist noch nicht ausgestorben, gilt aber mittlerweile als antiquiert. Mit Montserrat Caballé ist am Samstag in Barcelona eine der letzten Diven großen Stils gestorben. Möglichkeit zur Profilierung Geboren wurde Montserrat Caballé am 12. April 1933 in Barcelona und absolvierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt ein umfassendes Musikstudium inklusive Harmonielehre und Komposition. Ihre ersten Engagements bekam sie in Basel und Bremen; sie sprach fließend Deutsch. Beinah wäre sie an diesen…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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