Corona: Systematische Abstriche bei 30 symptomlosen Patienten positiv

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Potsdam. Das Klinikum Ernst von Bergmann hat seinen Betrieb seit dem Wochenende in einen Corona-positiven und einen Corona-negativen Bereich eingeteilt. Dazu wurden auf dem Klinikgelände zwei Gebäude als Corona-Klinik umgerüstet, teilte die Medizinische Geschäftsführerin, Professor Dorothea Fischer, am Montagnachmittag mit. Alle Patienten, die seit dem Wochenende im Krankenhaus aufgenommen werden, erhalten vorab in einem separaten Screening-Center einen Abstrich. Erst wenn das Ergebnis vorliegt, werden sie in einen der beiden Klinikbereiche weiterverlegt.

Die neue Regelung gilt ebenso für Unfallverletzte wie für Patienten mit Grippesymptomen – es spielt also bei den Abstrichen keine Rolle, ob jemand nach Kriterien des Robert-Koch-Instituts getestet werden sollte oder nicht. Aus diese Weise wurden bei den seit Samstag getesteten Personen 31 Corona-Infizierte entdeckt, ohne die systematischen Tests wäre nur ein einziger Fall festgestellt worden, erklärte Professor Fischer im Live-Stream zur Corona-Lage in Potsdam gemeinsam mit Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD).

Sprunghafter Anstieg der Patienzahl nach Einführung systematischer Tests

Im Klinikum Ernst von Bergmann werden zurzeit 50 positiv getestete Patienten auf der Isolierstation und neun Patienten auf der speziellen Corona-Intensivstation behandelt. Die Intensiv-Patienten werden alle künstlich beatmet. Am Samstagvormittag war man noch von 17 Patienten auf der Isolierstation ausgegangen. Der sprunghafte Anstieg ergab sich aus der systematischen Testung seit dem Wochenende. Zudem ist in der Nacht von Freitag zu Samstag ein vierter Potsdamer Patient an Covid-19 verstorben.

Insgesamt stehen in der Landeshauptstadt 79 Beatmungsgeräte zur Verfügung, davon befinden sich 58 im Bergmann-Klinikum und 21 Alexianer Sankt Josefs-Krankenhaus. Fischer betonte, dass die Schutzausrüstung in ihrem Haus zurzeit ausreichend sei, ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter, die ebenfalls systematisch durch Abstriche getestet werden. Dass die am Wochenende in Brandenburg eingetroffene Lieferung von Atemschutzmasken und Schutzkitteln nur ein Anfang sein könne, betonte Schubert.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat am Montag 101 an Covid-19 erkrankte Personen gemeldet. Das sind drei mehr als am Sonntag. Die weitaus meisten Fälle hat mit 22 Kleinmachnow zu verzeichnen. Dort gelten aber auch drei Personen bereits als geheilt. Teltow verzeichnet 17 Erkrankungen und einen Genesenen und Werder (Havel) zehn Fälle, von denen noch keiner als geheilt gilt. Am Montag galten im gesamten Landkreis neuen Personen als geheilt, Sonntagabend war es nur eine. Neun der infizierten Personen müssen stationär außerhalb des Landkreises betreut werden, einer davon wird beatmet. 156 Personen befinden sich in angeordneter häuslicher Quarantäne, am Sonntag waren es noch 124. Die Zahl der Verdachtsfälle ist weiter gestiegen und beträgt inzwischen 777. 123 Personen hatten nach dem Abstrich negative Ergebnisse. Weitere Ergebnisse werden erwartet.  sg