Privatgärten öffnen in Dahmeland-Fläming

Die Gemeinde Niedergörsdorf informierte die Ortsteile bereits am Mittwoch darüber, wegen der Trockenheit in diesem Jahr kein Osterfeuer zu zünden. In Bochow brannte am Gründonnerstag trotzdem das Traditionsfeuer. Allerdings mussten die Veranstalter bestimmte Auflagen erfüllen.

22 Teams wollen den Maipokal von Malterhausen

Sperenberg ist seit mehr als 20 Jahren mit dem Investitions-Hindernis gestraft, Flughafen-Vorhaltegebiet zu sein. Vielleicht gelingt es der Gemeinde Am Mellensee mit dem ehemaligen russischen Militärflughafen jetzt, wenigstens von einer kleinen Förderung zu profitieren.

Streit beim Osterfeuer: Mann stürzt in brennende Feuerschale

Bei den Osterfeierlichkeiten in Gohlitz haben sich am Gründonnerstag drei Männer geprügelt. In dem Nauener Stadtteil ging um 18.30 Uhr das traditionelle Osterfeuer los. Als der Streit zwischen den Teilnehmern eskalierte, gab zunächst ein 33-Jähriger einem 41- Jährigen einen Faustschlag und schlug anschließend einen 51-Jährigen.

Dieser verlor durch den Schlag das Gleichgewicht und fiel in eine brennende Feuerschale. Er erlitt Verbrennungen, die ambulant in der Havellandklinik Nauen behandelt werden mussten. Wie es zu dem Streit kam, ist nicht bekannt.

Ob es während des langen Wochenendes weitere Osterfeuer im Havelland geben wird, steht in Frage. Die große Trockenheit hat dazu geführt, dass im Landkreis die Waldbrandgefahrenstufe 4, also die zweithöchste, gilt. Privaten Feuer sind nicht mehr erlaubt. Auch das Entfachen kleinerer Lagerfeuer in der Größe 1 mal 1 Meter sollte unbedingt vermieden werden, sagte ein örtlicher Feuerwehrmann.

Von MAZonline

Was sich in Krampnitz alles verändert hat

Krampnitz – Bert Nicke drückt auf das Gaspedal. Rumpelnd holpert der Van über Schlaglöcher, es geht vorbei an staubigem Bauschutt, Bäumen und Ruinen, mitten hinein ins das Herz von Krampnitz. Man hat den Eindruck, Nicke macht das Offroad-Fahren Spaß. Wobei – so richtig abseits der Piste bewegt man sich in Krampnitz gar nicht mehr, denn die Straßen, die durch Potsdams neues, grünes Stadtviertel führen, sind bereits einigermaßen hergerichtet. An den Rändern ist der Grünschnitt bereits erfolgt, sodass man problemlos über das 150 Hektar große Gelände fahren kann – mal abgesehen von den Schlaglöchern. 

Der Pro-Potsdam-Chef zeigt den Baufortschritt

Nicke als Chef der Pro Potsdam zeigt an diesem Tag den Baufortschritt, denn auf dem Gelände wird fleißig gewerkelt. Einen ersten Halt macht er gleich kurz hinter dem Eingang zur Baufläche an der Ketziner Straße. Mehrere Haufen Schutt wachsen hier in die Höhe, ein paar alte Häuser sind noch zu sehen. „Das sind die alten Plattenbauten“, sagt Nicke und deutet auf die Haufen. Rund 300.000 Euro Wert hat der Schutt, der dort einfach so herumliegt. „Wir prüfen gerade, ob wir ihn zum Beispiel zum Straßenbau verwenden können“, sagt Nicke. Angst, dass nachts jemand mit einem Kipplader anrückt und den Schutt abtransportiert, hat er nicht – Krampnitz ist inzwischen einigermaßen gesichert. „Alles was aus Metall war, haben sie allerdings geklaut“, gibt Nicke zu.

Inzwischen hat man Kameras auf dem Areal installiert, um es den Dieben schwerer zu machen, außerdem gibt es einen Wachschutz. Nicht aber die Diebe machen Nicke Sorgen, sondern eher die, die in Krampnitz randalieren oder Graffiti an die Wände sprühen. Um dem Herr zu werden, sind die meisten unteren Fenster der denkmalgeschützten Gebäude zugemauert.

Ein Rundgang über das Krampnitz-Areal (April 2019) 1 von 11Foto: PNN / Ottmar Winter 19.04.2019 09:44Das Gelände hat den Charme verlassener Lost Places.

Führungen auf dem Gelände sind bis zum Jahresende ausgebucht

Das Interesse an dem Viertel ist groß – viele Potsdamer wollen wissen, was hier vor sich geht. Die Führungen über das Areal, in dem einmal rund 10 000 Menschen wohnen sollen, sind bereits bis Ende des Jahres ausgebucht. Derzeit prüft die Pro Potsdam, ob man Extra-Termine anbieten kann.

Noch ist es schwer vorstellbar, dass hier ab 2021 die ersten Bewohner in ihre Häuser ziehen: 4560 Wohnungen sollen in Krampnitz entstehen, 4430 davon im Geschosswohnungsbau. Zusätzlich wird es 130 Reihenhäuser geben, 340 Wohneinheiten sollen im sogenannten Bergviertel entstehen, 2025 soll die Tram nach Krampnitz kommen. Und bis dahin? Soll es laut Nicke Busverkehr geben – geht es nach ihm, sollen es Elektrobusse sein, die die Stadt Potsdam derzeit noch nicht besitzt. „Muss sie dann aber“, sagt Nicke.

Inzwischen rumpelt der Van auf der historischen Ketziner Straße entlang. „Sie wird wahrscheinlich ihren Namen behalten“, sagt Nicke. Über alle anderen Straßennamen in Krampnitz wird mit dem Kulturausschuss beraten. Ob sie dann beispielsweise nach Potsdamer Frauenpersönlichkeiten benannt werden, die bislang in Sachen Straßennamen in der Stadt zu kurz kommen, kann Nicke noch nicht sagen. Auch einen Bezug zur Kaserne oder der Landschaft sei vorstellbar. Ein Workshop zum Thema soll noch in diesem Jahr stattfinden.

1400 Wohnungen werden der Deutsche Wohnen gehören

Ebenso in diesem Jahr wird die Deutsche Wohnen AG mit dem Ausbau von zwei T-förmigen Gebäuden im Südosten des Geländes beginnen, an denen Nicke vorbeifährt. Die Bauanträge sind bereits gestellt. Insgesamt 1400 Wohnungen werden später der Gesellschaft gehören, bereits 2017 hat sie sich die Grundstücke dafür gesichert. Das Unternehmen steht vor allem in Berlin in der Kritik, auf Kosten der Mieter Profitmaximierung zu betreiben. 18 Millionen Euro hat die Deutsche Wohnen bereits bezahlt, insgesamt werden es in zwei Raten 50 Millionen Euro sein. Weitere acht Millionen Euro für das Areal hat der Entwicklungsträger bereits 2015 per Kommunalkredit aufgenommenen.

Nicke springt aus dem Auto und zeigt auf eine Baugrube. In den letzten zwei Wochen hat sich am alten Exerzierplatz viel getan – das darunterliegende Labyrinth des Kohlebunkers kommt nach und nach zum Vorschein, auch der Kampfmittelräumdienst ist hier noch bei der Arbeit. Früher haben in dem Kohlekeller illegale Partys stattgefunden. „Wir haben sogar noch ein Schild gefunden: Da stand ‚Lachgas 1 Euro‘ drauf.“ Erhalten kann man die Bausubstanz nicht, hier wird später ein neues Gebäude mit acht Geschossen stehen. Gleich hinter der Baugrube, vom alten Heizhaus aus, wird die Energie und Wasser Potsdam das Viertel mit Wärme versorgen.

Auf dem Gelände leben viele Fledermäuse

Insgesamt vier Millionen Euro habe der Entwicklungsträger bereits in Abbrucharbeiten investiert, sagt Nicke. 523.000 Euro davon entfallen auf den Kohlebunker. 850.000 Euro zusätzlich hat der Träger bereits für die Erschließung der Straßen und der provisorischen Strom- und Wasserversorgung bezahlt. Ebenfalls zu Buche schlagen 600.000 Euro für Grünschnitt und Tierrettung – denn viele Fledermäuse leben auf dem Gelände, die alternative Nistplätze angeboten bekommen müssen. „Und auch Zauneidechsen leben hier zu hunderten“, sagt Nicke. Sie werden entweder mit Hilfe von niedrigen Zäunen in ein angrenzendes Sumpfgebiet geleitet oder umgesiedelt in die renaturierte Müllkippe in Golm – einen Echsenwechsel nennt Nicke das.

Die Umweltschützer und die Denkmalpflege – beide machen sie Nickes Leben ein wenig schwerer. „Es ist nicht leicht, alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt er. Trotzdem: Gerade die Denkmalpflege sichere die Qualität des enormen Bauprogramms, auch wenn Funktionalität und Denkmal nicht immer leicht zu vereinen seien.

Bei der Schule hat Nicke alles konkret vor Augen

So auch beim nächsten Halt mit Nickes Van an der künftigen Schule an der Ostseite des geplanten Parkareals in Krampnitz‘ Mitte. Vielleicht ist es Nickes Lieblingplatz, denn er hat an diesem Ort bereits alles vor Augen. „Hier blicken Sie in Richtung Park“, sagt er und deutet auf dichtes Gebüsch zwischen zwei alten Häusern, in denen einst die Kantine der Kaserne untergebracht war. Die Küche, die die Häuser einst verband, ist bereits abgerissen. „Und hier, wo wir stehen, wird der Schulhof sein.“ Noch verströmt das Areal einen eher morbiden Charme mit den kaputten Fenstern und der sandigen provisorischen Straße. 

Die geplante Schule in Krampnitz.Pro Potsdam

Eine dreizügige Grundschule mit Hort für rund 450 Kinder soll hier entstehen außerdem eine Kita mit 130 Plätzen. Fertig sein soll sie bereits Mitte 2022. Elf Millionen Euro soll das Projekt kosten, vier Millionen Euro kommen wie berichtet aus Fördermitteln des Bundes. Geht es nach Nicke werden die beiden alten Gebäude mit einem modernen Riegel verbunden – so sieht es eine Machbarkeitsstudie vor. Allerdings grätscht ihm nun die Denkmalpflege dazwischen, denn die wünscht sich eine Freifläche zwischen den Gebäuden. Deshalb laufe bereits ein Realisierungswettbewerb, dessen Ergebnisse im Sommer präsentiert werden sollen.

Nicke steigt wieder ins Auto. Einen Ort, inmitten der Ruinen, möchte er noch zeigen. Nach kurzer Fahrt hält er vor einem alten Kasernengebäude und zeigt, wie Krampnitz einmal aussehen soll. Hier sieht man alt und neu nebeneinander an der Hausfassade: das ursprüngliche Gelb des Gebäudes ist weggewaschen durch die vielen Löcher in den kaputten Regenrinnen. Darunter hervor lugt weiße Farbe. „Das ist alles noch von den Russen gestrichen“, sagt Nicke. Und deutet dann auf ein Stück Wand weiter unten, neben dem mit einem Betonfresko eingefassten Eingang des Gebäudes. Hier ist die Farbe abgekratzt, roter Klinker ist zu sehen. Backstein: So soll es einmal aussehen, das neue Krampnitz – zumindest ein Teil davon. Nicke deutet ein Stück weg auf ein in sich zusammengesunkenes Spitzdach. „Das wird nicht mehr lang aushalten“, sagt er. Für ihn ist es ein Zeichen beim Bau in Krampnitz weiter aufs Gas zu drücken.

https://www.pnn.de/potsdam/rundgang-in-potsdams-neuem-stadtteil-was-sich-in-krampnitz-alles-veraendert-hat/24236484.html

Gemeinde Am Mellensee hofft auf EU-Gutschein

Neue Hiobsbotschaft von der insolventen Bäckereikette „Lila Bäcker“: Das Unternehmen plant, 70 bis 75 seiner insgesamt 400 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin mit rund 2700 Mitarbeitern dicht zu machen. Produktionsstandort Dahlewitz (Teltow-Fläming) mit rund 120 Beschäftigten steht vor dem Aus.

Johanniter bauen die neue Kita in Schlalach

Die Johanniter-Unfall-Hilfe soll die neue Kita in Schlalach bauen und betreiben. Das haben die Gemeindevertreter von Mühlenfließ in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Aktuell stimme der Verein gemeinsam mit Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling die notwendigen Verträge für das Vorhaben ab, die anschließend in den Gremien vorgestellt werden sollen. Das hat Ralf Boost, hauptamtlicher Johanniter-Regionalvorstand Potsdam-Mittelmark-Fläming, auf MAZ-Nachfrage bestätigt.

Kita hat eine enorme Bedeutung

„Ich finde es toll, dass wir uns kurz nach der Stadtverordnetenversammlung in großer Runde mit den Gemeindevertretern und dem Bürgermeister von Mühlenfließ, Jens Hinze, in Schlalach getroffen haben, um uns gegenseitig kennenzulernen“, sagt Ralf Boost weiter. „Wir sind dort auf viele engagierte und interessiere Gemeindevertreter getroffen, die ihre Ideen eingebracht haben – das ist natürlich auch ein Ansporn für uns, dass wir jetzt liefern.“

Für Schlalach und die Gemeinde Mühlenfließ habe die Kita eine enorme Bedeutung – derzeit würden circa 50 Kinder der Gemeinde in Kitas benachbarter Gemeinden betreut, sagt Jens Hinze. „Wir wollen uns wirtschaftlich entwickeln und unsere Bevölkerungszahlen stabil halten. Und das geht nur, wenn wir Familien hier bei uns eine Zukunft geben und dazu die entsprechende Infrastruktur vorhalten.“

Platz für 40 Kinder

Er sei sehr froh über die Unterstützung der Johanniter, sagt Jens Hinze weiter. Ohne diese Partnerschaft könne die Gemeinde trotz ihres starken Willens keine Kita bauen. „Obwohl die Kindertagesbetreuung eine gesetzliche Aufgabe der Gemeinden ist – und dringend Kitaplätze benötigt werden – hat die Gemeinde momentan nicht die nötige verfassungsgemäße Finanzausstattung, um die Aufgabe adäquat aus eigener Kraft erfüllen zu können.“

Entstehen soll in Schlalach eine Kindertagesstätte mit 40 Plätzen auf dem Grundstück des Dorfgemeinschaftshauses sowie des dahinter befindlichen Jugendclubs. Beide Gebäude werden im Zuge dessen zurück gebaut.

Kosten von zwei Millionen Euro erwartet

Das Amt rechne mit einer Bausumme von rund zwei Millionen Euro, teilt Sophia Petzold, Sprecherin der Niemegker Amtsverwaltung, mit. Der Bauantrag für das Vorhaben solle Ende des Jahres gestellt werden. Auch Anträge für finanzielle Förderungen seien bereits eingereicht worden, bestätigt Ralf Boost.

>>> LESEN SIE AUCH: Neuer Betreiber für das Niemegker Freibad gefunden

Die Johanniter und das Amt setzen damit ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort. Der Verein ist bereits seit 2006 in der Stadt Niemegk aktiv, betreibt dort neben der Kita „Spatzennest“ den Hort „Flinke Eichhörnchen“ der Robert-Koch-Grundschule und stellt die Rettungsschwimmer im Freibad.

Wie berichtet, springt die Johanniter-Unfall-Hilfe auch bei der Erweiterung der Kita „Spatzennest“ ein, die die Stadt wegen der angespannten Haushaltslage nicht allein stemmen kann.

Von Josephine Mühln

Babelsberg-Koproduktion beim Filmfest in Cannes

Potsdam/Cannes – Die Studio-Babelsberg-Koproduktion „A hidden life“ über den österreichischen Kriegsdienstverweigerer und selig gesprochenen Franz Jägerstätter ist im diesjährigen Wettbewerb des renommierten Filmfestivals von Cannes. Das Drama von Regisseur Terence Malick („Der schmale Grat“) mit dem deutschen Schauspieler August Diehl in der Hauptrolle wurde in großen Teilen in Berlin und Brandenburg gedreht. Gefördert wurde das Werk, das nun ins Rennen um die Goldene Palme an der französischen Croisette geht,  unter anderem vom Medienboard Berlin-Brandenburg

Malicks Drama konkurriert im Wettbewerb unter anderem mit Jessica Hausners Film „Little Joe“, der ebenfalls vom Medienboard gefördert wurde. Daneben laufen zwei weitere von der Filmförderung unterstützte Werke: Die Festivalreihe Un Certain Regard präsentiert „Invisible Life“ von Karim Aïnouz sowie den Film „Liberté“ über eine Gruppe französischer Libertins irgendwo zwischen Potsdam und Berlin.

August Diehl spielt die Hauptrolle, den österreichischen Kreigsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, im nominierten Drama “A…Foto: Joel Saget, AFP

Studio-Babelsberg-Chef Charlie Woebcken zeigte sich begeistert über die Einladung seiner Koproduktion zu den Filmfestspielen in Cannes: „Wir können uns keinen besseren Ort für die Weltpremiere von ,A hidden life’ vorstellen“, so der Studiochef. Man freue sich, „dass diese außergewöhnliche Geschichte im Wettbewerb eines der weltweit wichtigsten Filmfestivals präsentiert wird“. Für Malick ist Cannes allerdings bekanntes Pflaster. Der US-Filmemacher feierte mit seinem Film „The Tree of life“ 2011 einen Triumph an der Croisette und holte mit der Goldenen Palme den Hauptpreis.

Medienboard-Förderchefin Kirsten Niehuus sagte zu den diesjährig nominierten Filmen: „Zwei medienboard-geförderte Koproduktionen im Wettbewerb von Cannes und zwei weitere Filme in der Reihe Un Certain Regard zeigen einmal mehr, welch international renommierter Filmstandort Berlin-Brandenburg ist.“

Die 72. Internationalen Filmfestspiele von Cannes finden vom 14. bis 25. Mai statt.

https://www.pnn.de/potsdam/malick-drama-a-hidden-life-babelsberg-koproduktion-beim-filmfest-in-cannes/24236490.html

Landkreis lehnt zweite Gesamtschule ab

Der Vorschlag der Sozialdemokraten, eine weitere Gesamtschule im Westhavelland zu errichten, dürfte bei einigen Eltern Hoffnung ausgelöst haben. Immerhin würde das dazu führen, dass Schüler aus Premnitz oder Rhinow – je nach dem wo die Schule entsteht – künftig wohnortnah beschult werden.

Auch der Andrang an der Bürgelschule würde sich verringern. Eine Umsetzung dieser Idee ist dennoch nicht in Sicht, das geht aus einer Stellungnahme des Landkreises Havelland hervor, der für die Schulentwicklungsplanung zuständig ist.

Zwar zeigt die aktuelle Planung bis zum Schuljahr 2021/22, dass die Schülerzahlen im gesamten Landkreis Havelland deutlich anwachsen. Im westlichen Havelland würden die Schülerzahlen aber nicht reichen, um die gesetzlichen Vorgaben zur Errichtung einer weiteren Schule zu erfüllen.

Zu wenig Schüler für eine weitere Schule

Für die Errichtung einer solchen Schule müssten nach den derzeitigen rechtlichen Vorgaben in der Sekundarstufe I mindestens zwei Klassen je Jahrgang für die Dauer von fünf Jahren nachgewiesen werden.

Pro Klasse gilt eine Mindestfrequenz von 20 Schülern. Der Richtwert liegt bei 25 bis 27 Schülern pro Klasse je nach Schulform. Für eine Gesamtschule wäre dieser Nachweis zudem für die Sekundarstufe II zu erbringen.

„Im Amtsbereich Rhinow werden jährlich etwa 30 Abgänger der Jahrgangsstufe 6 prognostiziert. Hieraus konnte und kann für den Planungszeitraum der Bedarf für die Errichtung einer zusätzlichen weiterführenden allgemeinbildenden Schule nicht festgestellt werden“, heißt es beim Landkreis.

Bewusste Entscheidung für Schulen in anderen Landkreisen

Gleiches gelte für das Westhavelland. Der Landkreis begründet das mit dem Erstwunschverhalten, das der Prognose zugrunde liegt, sowie mit den „vorhandenen zumutbar erreichbaren Schulplätzen in den bestehenden Schulen“.

Dass nicht alle Schüler an der Erstwunschschule – im Westhavelland ist das häufig die Bürgerschule – aufgenommen werden, hänge nicht nur mit der begrenzten Kapazität zusammen.

„Im Aufnahmeverfahren der Sekundarstufe I sind von den Schulleitungen deutlich mehr Kriterien zu berücksichtigen. Außerdem entscheiden sich viele Eltern bewusst für eine Schule in anderen Landkreisen“, so Kreissprecherin Janine Sorge.

Keine konkrete Äußerung zum Vorschlag der SPD

Sie weißt auch darauf hin, dass die Durchführung des Übergangsverfahrens in die Jahrgangsstufe 7 allein den jeweiligen Schulleitungen und dem staatlichen Schulamt unterliegt.

Zum konkreten Vorschlag von Katja Poschmann, Landtagskandidatin der SPD, die Oberschule in Premnitz zu einer Gesamtschule umzugestalten, äußerte sich der Landkreis nicht.

Von Christin Schmidt

Gruppenschlägerei am Potsdamer Hauptbahnhof

Im Bereich des Potsdamer Bahnhofsvorplatzes sind am Mittwochabend mehrere Jugendliche aneinander geraten. Wie die Polizei mitteilte, hatten sich zwei Jugendgruppen dort getroffen, um interne Konflikte untereinander zu klären. Doch das Treffen eskalierte und es kam zu verschiedenen, untereinander begangenen Straftaten, wie Körperverletzung, Beleidigung und einer räuberischen Erpressung. Über den Hintergrund des Konfliktes ist bisher nichts bekannt.

Die Geschädigten und auch die Tatverdächtigen waren alle im Alter zwischen 13 und 16 Jahren und von deutscher Staatsangehörigkeit. Insgesamt wurden sechs Tatverdächtige mit zur Polizeiinspektion Potsdam genommen und dann den Eltern übergeben. Ein Geschädigter musste ins Krankenhaus gebracht werden. Insgesamt waren zwölf Polizeibeamte im Einsatz, die auch von Kollegen der Bundespolizei unterstützt wurden.

Hauptbahnhof ist Kriminalitätsschwerpunkt

Erst im Februar hatte es zwei gewalttätige Auseinandersetzungen am Potsdamer Hauptbahnhof gegeben – einmal zwischen einem Kameruner und einem Deutsch-Türken mit einer Rasierklinge und einmal zwischen sieben Männern, die sich auf der Langen Brücke prügelten.

Das Umfeld des Potsdamer Hauptbahnhofs ist im stadtweiten Vergleich ein Kriminalitätsschwerpunkt. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagte bereits im Januar vor den Stadtverordneten, dass sich die Bahnhofspassagen mit der Vielzahl von Delikten „von jedem anderen Ort in der Stadt“ unterschieden. Er bezog sich dabei auf die Lageeinschätzung der Polizei und auf „ein Jahresauftaktgespräch mit der Führung der Polizeiinspektion, der Polizeidirektion sowie dem Ordnungsamt“.

„Der Hauptbahnhof Potsdam wurde als Kriminalitätsbrennpunkt im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Potsdam erkannt“, sagt auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Vor allem Diebstähle und Rohheitsdelikte wie Körperverletzung oder Raub haben laut Schröter stark zugenommen. Die Zahl der erfassten Straftaten im und am Hauptbahnhof hat sich von 1273 in 2014 auf insgesamt 1784 in 2018 deutlich erhöht.

Von MAZonline

Tunneldecke der U 2 beschädigt

Berlin (dpa) Wegen eines beschädigten Tunnels ist die Berliner U-Bahn-Linie 2 zwischen Senefelderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz am Donnerstagvormittag für mehrere Stunden unterbrochen worden.

Mittags wurde der Verkehr wieder aufgenommen, allerdings durften die U-Bahnen nur in Schrittgeschwindigkeit fahren, wie die BVG twitterte. Außerdem wurde ein kleiner Teil der Schönhauser Allee, die über dem U-Bahntunnel verläuft, nördlich der Torstraße gesperrt. Am Freitag wird die Tunneldecke mit einem Blech vorsorglich gesichert. Dafür wird der Zugverkehr erneut für mehrere Stunden gestoppt.

“Dabei geht es um eine Maßnahme, damit kein loser Beton herunterfällt”, sagte ein Sprecher der BVG. Es werde dann für die Strecke zwischen den beiden U-Bahnhöfen auch am Freitag ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Am Donnerstag waren Großraumtaxen im Auftrag der BVG zwischen den Bahnhöfen unterwegs. Die BVG empfahl aber auch, in Prenzlauer Berg auf die Tramlinien M1 und M8 auszuweichen. Oder die nur 450 Meter lange Strecke zu Fuß zu gehen.

Ein BVG-Sprecher erklärte, in der Nacht hätten Techniker bei Kontrollen in dem U-Bahntunnel einen Hohlraum hinter der Deckenverkleidung entdeckt. Daraufhin hätten sie die Deckenverkleidung abgeklopft, damit sie nicht von selber abbröckelt. Weil der Hohlraum etwas größer gewesen sei, habe man dann lieber den Tunnel gesperrt und den Statiker gerufen. Der habe nach einer ersten Untersuchung vorläufig Entwarnung gegeben. Die etwa 80 Zentimeter lange Stelle müsse nun repariert werden.

Der östliche Teil der U2 zwischen Mitte und Prenzlauer Berg entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Tunnel und die Wagen sind schmaler als bei den später gebauten Linien. Die Bahnhöfe der U2 in Mitte liegen beieinander, die U-Bahnen fahren nicht besonders schnell.

Die FDP forderte: “Die BVG sollte die Ursache des Problems schnell untersuchen und ggf. auch an anderen, insbesondere alten Tunnelteilen verstärkte Untersuchungen durchführen.” Sie müsse sicherstellen, dass es keine weiteren vergleichbaren Schwachstellen gebe. “Die BVG ist hier in der Pflicht alle Zweifel und Bedenken auszuräumen.”