Berliner Rettungsschwimmer suchen Nachwuchs

Berlin (dpa) Die Berliner Rettungsschwimmer haben Nachwuchsprobleme – die Badesicherheit an den Badegewässern ist dadurch laut Verbandsangaben jedoch nicht gefährdet.

“Die Sicherheit kann an den Rettungsstationen, die erkennbar besetzt sind, gewährleistet werden”, sagte der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Berlin, Michael Neiße.

Nachwuchs werde aber immer benötigt: Etwa 50 bis 60 neue Rettungsschwimmer fehlen jedes Jahr. 500 bis 600 Lebensretter sind jedes Wochenende an den 26 Stationen des DLRG im Einsatz. Alle von ihnen arbeiten ehrenamtlich. Einen wesentlichen Grund für den Mangel sieht der Sprecher im geringen Interesse für das Ehrenamt. “Die Jugend verbringt ihre Zeit unseres Erachtens lieber am Smartphone, als ehrenamtlichen Dienst zu machen”, sagte Neiße.

In den Freibädern der Stadt gibt es laut eigenen Angaben genug angestellte Rettungsschwimmer. Dafür mangelt es an Fachangestellten. Etwa 10 bis 15 von ihnen fehlen den Berliner Bäderbetrieben, wie der Sprecher des Landesunternehmens, Matthias Oloew, sagte. Insgesamt seien rund 650 Kräfte zur Zeit im Einsatz. Für die 27 Berliner Freibäder gelte aber das gleiche wie für die Rettungsstationen an den Badegewässern am Stadtrand: Die Sicherheit sei gewährleistet.

Die Fachangestellten kümmern sich laut Neiße in den Freibädern unter anderem um Wasseraufsicht, Technik und Wasserwerte. Als Grund für die fehlenden Arbeitskräfte nennt Neiße, dass mehr Fachangestellte den Beruf verlassen hätten als eingestellt worden seien. In diesem Jahr seien deshalb mehr Auszubildende angenommen worden. Für das Ausbildungsjahr 2019 sind 23 Plätze vergeben worden, 9 mehr als im Jahr zuvor. 150 Bewerbungen seien 2019 eingegangen – 14 waren es 2018. Die Betriebe hatten stärker für die Ausbildung geworben.

Der DLRG versucht indes, die Nachwuchsprobleme mit sogenannten Rescue-Camps anzugehen. Dort können Jugendliche eine Woche lang einen Einblick in die Arbeit bekommen. Auch können sie das Rettungsschwimmer-Abzeichen und eine Erste-Hilfe-Ausbildung machen.

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