Bahn-Technologie-Campus: Erste Halle soll zum Jahresende stehen

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Andreas Radam steht am Rand einer großen Baugrube und schaut sich an, wie die Männer in der Grube gerade messen. „Noch ist nur Sand und Erde zu sehen. Aber dort werden die Stützpfeiler für die Halle gesetzt. Schon zum Jahresende sollen die ersten Waggons einrollen und gewartet werden“, sagt der Geschäftsführer der Railway Service GmbH (RWS).

RWS investiert 5 Millionen Euro

RWS ist Pilot-Investor im künftigen Bahn-Technologie Campus Havelland in Elstal. Für etwa 5 Millionen Euro entsteht in der Nähe des alten Wasserturmes eine 110 mal 30 Meter große Halle, in der ab 2021 Schienenfahrzeuge aller Art gewartet, repariert und auf moderne Anforderungen umgebaut werden können. Vier der derzeit 24 Mitarbeiter von RWS, die in Neuenhagen bei Berlin ihren Sitz hat, werden zunächst in Elstal arbeiten. „Nach und nach kommen weitere hinzu, wobei wir auch neues Personal einstellen werden“, sagt Radam und ergänzt: „Mit der neuen Service- und Wartungshalle gewährleisten wir speziell für elektrische Lokomotiven einen hohen technischen Ausrüstungsstand.“

Der Geschäftsführer lobt die Kooperation mit der BTC GmbH und dessen Chef Andreas Guttschau. „Von Anfang an ist man auf unsere Bedürfnisse eingegangen, was die Größe des Grundstückes und die Lage der neuen Gleise angeht. Das ist der Vorteil, wenn man der erste Investor am Platz ist“, sagt Radam. Es gebe aber auch kleine Nachteile, denn parallel zu seinem Bauvorhaben werde ja das gesamte Campus Gelände derzeit erschlossen, so dass „wir alle Kinderkrankheiten so eines Projektes mitbekommen“, so der RWS-Geschäftsführer.

Bodenaustausch und Altlastenentsorgung sind erledigt

Und für dieses Großprojekt Bahn-Technologie-Campus Havelland am ehemaligen Rangierbahnhof Wustermark in Elstal, wo sich bahnafines Gewerbe, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen rund um den Bereich Bahn ansiedeln sollen, hat jetzt die scharfe Bauphase begonnen. „Im Vorjahr sind Abrissarbeiten erfolgt, es wurde Bodenaustausch vorgenommen, viele Altlasten entsorgt.

BTC-Chef Andreas Guttschau. Quelle: Jens Wegener

Allein das hat etwa vier Millionen Euro gekostet“, so Andreas Guttschau. Insgesamt stehen für die erste Phase auf dem 6,4 Hektar großen Areal West (ein mögliches Areal Ost von 34 Hektar wäre auch noch verfügbar) 20 Millionen Euro bereit. Der Landkreis Havelland beteiligt sich mit 6,4 Millionen, das Land Brandenburg mit 13,3 Millionen Euro.

Erschließung soll Ende des Jahres abgeschlossen sein

Nach der erfolgten europaweiten Ausschreibung der Bauleistungen wurde die einzelnen Bauleistungen auf dem BTC Ende Februar mit einem finanziellen Gesamtvolumen von rund zehn Millionen Euro vergeben. Im Einzelnen geht es laut Guttschau um den Straßenbau und das Verlegen von Medien wie Strom, Trink- und Abwasser und Telekommunikation, um den Gleisbau auf dem Areal, Das verlegen von Kabeln des Bahnbetriebes sowie den Oberleitungsbau und Sicherungstechnik. „Es werden fünf bis sechs Gewerke gleichzeitig arbeiten, so dass die Bauüberwachung sehr wichtig ist“, sagt Guttschau. Das alles soll Ende des Jahres erledigt sein. Es sei denn, die Corona-Krise sorgt dafür, dass Baufirmen nicht mehr arbeiten können.

Der Blick auf das BTC-Areal West. Quelle: Jens Wegener

Den Bahn-Technologie-Campus später auch inhaltlich mit Leben zu erfüllen, daran arbeiten Andreas Guttschau uns sein Team täglich: „Es gibt bereits Kooperationsvereinbarungen mit Hochschulen und Universitäten, die am Standort in Elstal ihren Studenten praktische Forschung ermöglichen wollen. Dazu brauchen wir aber Schulungsräume. Deshalb steht ein solcher der Neubau ganz oben auf der Liste. “ Parallel dazu wirbt die BTC GmbH auf Messen und Veranstaltungen, damit junge Leute in Elstal in Bahnberufen ausgebildet werden können.

Zwei weitere Firmen in den Startlöchern

Bereits auf dem Areal angesiedelt hat sich die Havelländische Eisenbahn (HVLE) mit einem Großteil des Unternehmens. Die Euro Rail Solutions GmbH, die sich mit der Planung und der Montage von Oberleitungsanlagen für Straßenbahnen und O-Busse befasst, hat ein Büro auf dem Bahngelände und wartet darauf, in neue Räume auf dem BTC umziehen zu können. Die Witt Solutions GmbH hat ihre Büro- und Produktionsräume aus Berlin kommend übergangsweise in den Demex-Park in Elstal verlegt und will auch schnellstmöglich auf das BTC-Gelände. „Mit weiteren Firmen sind wir im Gespräch, aber die warten erstmal ab, bis die Erschließungsarbeiten gelaufen sind“. weiß Andreas Guttschau.

Von Jens Wegener