Aus gesundheitlichen Gründen: Intendant der Parkaue tritt zurück

Der Intendant des Theaters an der Parkaue, Kay Wuschek, ist aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten. Wie die Kulturverwaltung mitteilt, entsprach Senator Klaus Lederer der Bitte Wuscheks, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Dienstverpflichtungen freizustellen. Der Vertrag werde einvernehmlich aufgehoben. Und natürlich wird Wuschek, geboren 1963 in Aschersleben, für seine jahrelange erfolgreiche Tätigkeit gedankt.

2005 trat der Dramaturg und Regisseur Kay Wuschek als Intendant des „Jungen Staatstheaters Berlin“ an und verschrieb sich damit einer Karriere im Kinder- und Jugendtheater − ein hierzulande unumkehrbarer Entschluss. Wer einmal in dieser Ecke landet, kommt kaum wieder heraus. Wuschek wusste das, und er nahm es in Kauf, auch wenn er weiterhin auch für Erwachsene Theater macht. Für ihn gibt es in der ästhetischen Herangehensweise keinen kategorischen Unterschied. Theater ist Theater. Kunst ist Kunst.

Vielfalt der Theatersprachen

Er tritt gegenüber der Kulturpolitik und befreundeten Konkurrenten stets selbstbewusst als Staatstheaterintendant auf − und mit diesem Anspruch wurde sein Haus als „Theater der Freundschaft“ einst gegründet. Er öffnete es für alle möglichen Theatersprachen und schrieb sich die Alphabetisierung des jungen Publikums für diese Vielfalt auf die Fahnen. Es ist vielleicht ein Missverständnis, das Theater als verlängerte Schule anzusehen, in der dreidimensional illustrierter Stoff vermittelt wird. Es geht um die ästhetische Bildung des Nachwuchses, nicht um Didaktik.

Kay Wuschek lud Theatertruppen aus der Offszene ein, die für ihre vertrackten Ästhetiken bekannt waren und nun sehr buntes, zugängliches Theater für Kinder machten. Auch dass er den Volksbühnenschauspieler Milan Peschel als Regisseur entdeckte, kann man Wuschek gar nicht hoch genug anrechnen.

Zuletzt gab es Ärger um rassistische Beleidigungen. Eine afrodeutsche Gastschauspielerin hatte eine Produktion verlassen, der Schauspieldirektor hat seinen Vertrag aufgelöst. Kay Wuschek musste sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu spät und unkonsequent gehandelt habe. Hat er ? Wer mag das von außen beurteilen. Unter seiner Leitung sollte der Konflikt in seiner Beispielhaftigkeit für Alltagsrassismus und Machtstrukturen thematisiert und am Haus in gebotener Transparenz und Selbstkritik ausagiert werden − so ein Theater ist ja immer auch ein Labor für die Gesellschaft. Man lernt im Kleinen, wie man Großes heilt. Wir wünschen Kay Wuschek alles Gute.

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