Absage ans Kirchenschiff könnte neue Gräben aufreißen

Auf den ersten Blick erscheint es wie die Zerschlagung des Gordischen Knotens – wie eine große Geste der Versöhnung zwischen seit Langem widerstreitenden Meinungen und sich erbittert bekämpfenden Protagonisten. Die Idee, eine internationale Jugendbegegnungsstätte an diesem historischen Ort zu schaffen, entspricht auf der einen Seite dem Grundsatz der Versöhnungsarbeit der Garnisonkirche – und ist inhaltlich lange überfällig. Auch die Kritiker des Garnisonkirchenprojekts dürften gegen diesen Aspekt nichts einzuwenden haben.

Interessen der Künstler womöglich nachrangig

Doch so einfach wie die Sache auf den ersten Blick erscheint, ist sie nicht. Denn es könnten durchaus neue Gräben aufgerissen werden: Zum einen sind da die Befürworter des Original-Wiederaufbaus, die nicht ohne Einfluss sind.

Und dann sind da noch die Künstler des Rechenzentrums: Sie setzten darauf, dass sie an diesem Standort verbleiben können. Nun könnten sie fürchten, dass ihre Interessen aufgrund eines neu zu gründenden Jugendbildungszentrums als nachrangig angesehen werden. So gut Schuberts Vorstoß auch gemeint sein mag, so wird er doch mit Sicherheit heftige Diskussionen auslösen.

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Von Ildiko Röd

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