Am dritten Tag drohte das Leipziger Festival aus den Fugen zu geraten. Im Wettbewerb neuer deutscher Dokumentarfilme lief „Lord of the Toys“ von Pablo Ben Yakov und Kameramann André Krummel. Zweieinhalb Monate lang hatte das Team mit einer Clique Dresdner Youtuber gedreht. Ein paar Jungs und wenige Mädchen, eine elternlose Generation, die sich durch den Film labert, säuft, knutscht, die Sprayflasche im Anschlag, mit der man den anderen gern auch mal „vergast“. Schon die ersten zehn Minuten sind eine Qual: eine Einstellung ohne Schnitt, Komasaufen bis zum Exzess, rassistische, sexistische Sprüche, ich fick dich ins Maul als akustische Dauerschleife, die Kamera immer dicht dran. Eine Ouvertüre, die psychisch und physisch schmerzt. Und schmerzen soll. Widerstand vor der Premiere von “Lord of the Toys” Noch vor der Premiere regte sich Widerstand. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ nannte den Film „ein kleines bisschen Nazi“. Die regionale Zeitung glaubte zu erkennen, dass hier nur „Dummheit und Dumpfheit gehuldigt“ werde. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. „Lord of the Toys“ ist ein ebenso verstörender wie souveräner Film über eine Parallelwelt, der das deutsche Kino noch nie so nahe kam. Ihm wurde der Hauptpreis des Festivals, die „Goldene Taube“ verliehen. Dokumentarfilm als Chance, gesellschaftliche Phänomene sichtbar zu machen, Unangenehmes nicht auszublenden. Dabei wird der 20-jährige Max, der Anführer der Clique, durchaus ambivalent gezeichnet: einerseits der charismatische…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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